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Studie: Gewerbliche Drohnennutzung nimmt zu

Drohnen werden auch im geschäftlichen Bereich immer mehr. Bis 2030, so eine Studie, soll die Anzahl sogar deutlich steigen.

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CeBIT

Eine Drohne schaut sich das Messegelände der CeBIT in Hannover von oben an.

(Bild: dpa, Peter Steffen)

Der Anteil gewerblich genutzter Drohnen wird in Deutschland bis 2030 deutlich steigen. Derzeit fliegen rund 19.000 Stück für Unternehmen und Behörden durchs Land. Sie vermessen, kartieren, filmen und fotografieren. Ihre Zahl soll laut Prognose auf 126.000 weiter ansteigen. Das wäre ein Wachstum um 563 Prozent.

Auch der Umsatz im Marktsegment würde insgesamt deutlich zulegen: von aktuell 574 Millionen auf drei Milliarden Euro. Die Studie zum Drohnenmarkt stellten am heutigen Dienstag der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) bei einem Fachkongress vor.

Aktuell sind in Deutschland rund 500.000 Drohnen in Umlauf. Auf die 19.000 kommerziell genutzten Drohnen kommen 455.000 Stück in Privatbesitz. Das bedeutet, dass eine von 24 Drohnen derzeit gewerblich genutzt wird. 2030 soll das schon eine von sechs Drohnen sein. Grund dafür ist eine wachsende Adaption der Technologie, die in manchen Wirtschaftszweigen derzeit noch nicht möglich ist, da die entsprechende Infrastruktur oder geeignete Gesetzesgrundlagen fehlen. So prognostizieren BDL und BDLI zeitnah eine stärkere Nutzung durch Sicherheitsbehörden. Für Land- und Energiewirtschaft sowie Infrastruktur wird die flächendeckende Anwendung der Technik deutlich langsamer erwartet.

Laut der Studie sehen Experten behindern vor allem die deutsche Gesetzgebung und Bürokratie den Drohnenmarkt. Ausländische Investoren werden abgeschreckt, die Technik zu langsam in wirtschaftliche Prozesse eingebunden. Auch die Akzeptanz in Bevölkerung und Wirtschaft fehlen vielerorts durch Bedenken rund um Privatsphäre und Datenschutz.

In Deutschland arbeiten derzeit über 10.000 Personen für Unternehmen, die sich hauptsächlich mit Dohnen oder unbemannter Luftfahrt im allgemeinen beschäftigen. Es gibt rund 400 solcher Firmen. Dabei handelt es sich vielfach um Start-ups oder kleinere Unternehmen, die durchschnittlich seit drei Jahren am Markt sind und um die zwölf Mitarbeiter beschäftigen. Ihr Jahresumsatz liegt im Mittel bei 330.000 Euro. Angesiedelt sind die Betriebe überwiegend in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Auch in Hamburg sind einige zu finden.

Seit 2012 wurden rund 170 Millionen US-Dollar in deutsche Unternehmen investiert, die sich auf Drohnen und Flugtaxis spezialisiert haben. Fast die Hälfte der Gelder stammt dabei aus dem Ausland. International steht Deutschland mit diesen Investitionshöhen in diesem Marktsegment auf Platz zwei. Hauptsächlich steckt das Kapital in den beiden Flugtaxi-Unternehmen Lilium und Volocopter.

Florian Reuter, Geschäftsführer der Volocopter GmbH, beklagt bürokratische Hürden in Deutschland.

(Bild: dpa, Christoph Schmidt)

Der europäische Markt stellt mit 20 Prozent des Weltmarktes den zweitgrößten Drohnenmarkt nach Nordamerika dar. Wird in absoluten Zahlen gerechnet, liegt Deutschland umsatzmäßig auf dem zweiten Platz nach Frankreich. Teilt man den Marktanteil jedoch durch die Menge der Arbeitnehmer, liegt Deutschland nur auf dem zehnten Platz. Gleiches gilt im internationalen Vergleich. Die absoluten Umsatzzahlen rücken Deutschland auf den vierten Platz, pro Arbeitnehmer gerechnet, liegt es mit Platz 17 eher im vorderen Mittelfeld. (cbr)

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