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Marktforscher: Apple ist profitabelster Mobiltelefon-Hersteller

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Apple bleibt mit seinem iPhone trotz angespannter Lage im Mobilfunkmarkt weiter auf der Überholspur. Nach jüngsten Erhebungen zog der Computer- und iPod-Hersteller im vergangenen Quartal sogar erstmals an Weltmarktführer Nokia als profitabelster Anbieter vorbei.

Das iPhone habe einen operativen Gewinn in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar eingefahren gegenüber 1,1 Milliarden Dollar, die Nokia erwirtschaftete, ermittelte das Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics aus Boston. Vergleichsweise hohe Preise, kombiniert mit einer guten Kostenkontrolle habe wesentlich zum Erfolg beigetragen, so die Analysten.

Auch zwei Jahre nach Markteinführung gilt das iPhone des einstigen Marktneulings als Vorbild und Gradmesser in der Branche. Kaum ein neues Smartphone, das sich nicht an den Design-Vorgaben des Kulthandys orientieren würde. Internet-Zugang, großes berührungsempfindliches Display und ein Online-Shop für mobile Anwendungen gehören inzwischen zur Standardausstattung eines jeden Smartphones, das etwas auf sich hält. Dabei hatten viele Branchenbeobachter damals darauf gezählt, dass das iPhone mit seinem Preis und der Ausstattung lange ein Nischen-Produkt bleiben würde. Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte dem iPhone übrigens überhaupt keine Marktchance zugetraut.

Während Apple seinen Umsatz im jüngsten Quartal noch um 20 Prozent steigern konnte, lastet die anhaltende Krise schwer auf dem Weltmarktführer und sorgt für einige Schieflagen. "Nokias Gewinnmarge für seine Handset-Sparte ist während der globalen Krise 2009 weiter geschrumpft", sagte Neil Mawston, Analyst bei Strategy Analytics. Vor allem im US-Markt müsse Nokia aufholen, hier habe Apple die Finnen bereits an Marktanteil überholt. Für eine Erholung im kommenden Jahr sei das Geschäft in den USA für Nokia vermutlich der Schlüssel.

Bislang war es Nokia nicht gelungen, an diesen Erfolg heranzureichen. Mit einem Marktanteil von 35 Prozent bei Smartphones hat der finnische Mobilfunkbauer zwar – noch – die Nase vorn (Apple kam zuletzt im Sommer auf 11 Prozent Anteil), doch auch der Erfolg des neuen Spitzenmodells "N97" blieb zuletzt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das Smartphone-Portfolio von Nokia sei nicht annähernd so aufregend, wie es sein sollte, konstatierte Gartner-Analystin Carolina Milanesi.

Und inzwischen hat sich die Riege der Rivalen längst erweitert. Neben den Blackberrys von RIM hat Palm seinen neuen Palm Pre ins Rennen geworfen, das lange vor dem Verkaufsstart in den USA als erste ernsthafte Alternative zu Apples iPhone galt. Vergangene Woche brachte Motorola sein neues Droid-Handy mit dem Google-Betriebssystem Android in den USA an den Start, das selbst von eingefleischten iPhone-Liebhabern wie dem Wall Street Journal-Kolumnisten Walt Mossberg lobende Worte bekam.

Während das Interesse der Verbraucher an neuen Handys weltweit weiter zurückgeht, liegt die Hoffnung der lange erfolgsverwöhnten Branche zur Zeit im wachsenden Markt der Smartphones. Der Markt ist zwar noch klein, aber besonders lukrativ und sorgt inzwischen für 35 Prozent des gesamten Profits. Mit Wachstumsraten um fast 30 Prozent haben die kleinen Minicomputer mit Telefonfunktion den Marktforschern von Gartner zufolge bereits an Stückzahlen den Markt für Notebooks überholt. (Renate Grimming, dpa) / (pmz)

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