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Marktforscher: Grafikkarten bleiben teuer, GPU-Absatz bricht ein

Die Marktforscher von Jon Peddie gehen davon aus, dass Mining-geeignete Spieler-Grafikkarten auch in Zukunft nur für hohe Preise zu haben sind. Das macht es für Spieler schwieriger, Gaming-Systeme zu bauen.

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US-Analyst: Grafikkarten bleiben teuer

Grafikkartenverbund mit zwei Radeon RX Vega

(Bild: heise online)

Der Grafikchip-Absatz hat sich im vierten Quartal 2017 um 1,5 Prozent im Vergleich zum vorherigen verringert. Im Jahresvergleich brachen die GPU-Verkäufe sogar um 4,8 Prozent ein – dabei waren Notebook-GPUs stärker betroffen als Desktop-GPUs (-7/-2 Prozent). Dies geht aus einem Bericht der US-Marktforscher von Jon Peddie Research hervor. Die Analysten zählen dabei GPUs auf Grafikkarten, in Prozessoren und Notebooks; nicht jedoch SoC-GPUs von Smartphones und Tablets.

Jon Peddie zufolge wurden im Jahr 2017 über drei Millionen Grafikkarten an Schürfer von Kryptowährungen verkauft. Das entspreche einem Umsatz von 776 Millionen US-Dollar. Hauptprofiteur sei dabei AMD gewesen. Besonders begehrt für das Schürfen der Kryptowährung Ethereum (Anleitung) sind AMD-Karten der Serien Radeon RX 570, RX 580, RX 470 und RX 480 – auf diesen sitzen Grafikchips der Polaris-Serie.

AMD profitierte davon jedoch im Jahresvergleich nicht: So sank sein GPU-Marktanteil von 14,4 Prozent (Q4/2016) auf 14,2 Prozent (Q4/2017), während Nvidia sich von 17,5 Prozent auf 18,4 Prozent leicht steigern konnte. Im direkten Vergleich zum Q3/2017 konnte AMD dagegen um 1,2 Prozentpunkte zulegen, während Nvidia um 0,9 Prozentpunkte absackte. Den in Peddies Zählung weiterhin größten GPU-Absatz verzeichnet Intel, dessen Marktanteil bei 67,4 Prozent liegt.

Trotz des Kryptomining-Booms bleibe PC-Gaming weiterhin die primäre Triebkraft für den Absatz von Grafikchips. Peddie schätzt, dass die Nachfrage aus dem Mining-Bereich aufgrund höherer Preise und geringerem Angebot zurückgehen werde. Grafikkartenpreise werden auch in naher Zukunft nicht zurückgehen, so Peddie.

Mit der starken Zunahme des Ethereum-Dollar-Kurses seit Mitte 2017 zog die Nachfrage nach geeigneter Grafik-Hardware deutlich an. Das führte nicht nur zu einer Verknappung des Angebots, sondern auch zu starken Preisanstiegen. Manche Grafikkarten-Modelle kosten dadurch mehr als zu ihrer Markteinführung. Das wiederum macht es für Spieler schwierig beziehungsweise unattraktiv, Gaming-Grafikkarten zu kaufen.

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(mfi)