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Marktforscher: Messenger wie WhatsApp überholen die SMS

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Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr Kurznachrichten über IP-Messenger wie Whatsapp, IM+ oder Viber verschickt als SMS. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Marktforschungsunternehmens Informa Telecoms & Media hervor. Während 2012 täglich im Schnitt rund 17,6 Milliarden SMS verschickt worden seien, zählen die Marktforscher rund 19,1 Milliarden Nachrichten für die IP-basierten Dienste. Bis Ende 2013 rechnet Informa sogar noch mit einem kräftigen Wachstum: Dann sollen pro Tag 41 Milliarden Nachrichten über die Messenger ausgetauscht werden, währen die SMS nur mäßig auf rund 19,5 Milliarden Kurznachrichten zulegt.

Die Studie weist allerdings auch darauf hin, dass es deswegen nicht weniger SMS-Benutzer gibt: So sei die Menge der verschickten IP-Nachrichten zwar höher, allerdings verschicke der durchschnittliche Benutzer entsprechender Apps rund 33 Mitteilungen am Tag, beim SMS-Nutzer sind es dagegen nur fünf. Die Benutzerzahlen spiegeln dieses Verhältnis direkt wider: So sieht Informa rund 3,5 Milliarden SMS-Benutzer, aber nur rund 586 Millionen Menschen, die Nachrichten über eine IP-App verschicken.

Dass die SMS in absehbarer Zeit ausstirbt, halten die Forscher für ausgeschlossen, da die auch Benutzer von WhatsApp und ähnlichen Diensten auf SMS zurückgriffen, wenn der Empfänger die keine App benutzt oder kein Smartphone besitzt. Zudem ist der Markt bei der Messenger stark fragmentiert; die SMS ist nach wie vor das einzige Textmedium, das von allen Mobiltelefonen – vom einfachsten Handy bis zum modernsten Smartphone – problemlos angezeigt und verschickt werden kann. Dies mache die weitere Verwendung der SMS gerade für Firmen unerlässlich. Daher rechnet Informa mit einem weiteren Anstieg des weltweiten SMS-Volumens bis 2016. (jss)