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Marktforscher nennt FireWire "Nischentechnik"

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Im Jahre 2008 wird die Zahl von Geräten mit FireWire-Schnittstellen einen historischen Höchststand erreichen und dann bis 2011 lediglich um 0,2 Prozent jährlich wachsen, meint In-Stat-Analyst Brian O'Rourke. Die Mitte der 90er-Jahre von Apple eingeführte und als IEEE 1394 standardisierte Schnittstelle wird dann ihren Höhepunkt überschritten haben und zur Nischentechnik werden, weil der vor allem von Intel vorangetriebene Universal Serial Bus (USB) mittlerweile allgegenwärtig ist.

Als Beleg für seine Prognose verweist O'Rourke darauf, dass bei den Video-Camcordern der Anteil von Geräten mit FireWire-Schnittstelle zwischen 2005 und 2006 von 85 auf 77 Prozent geschrumpft sei. Den größten Schub hatte das von Sony unter dem Namen i.LINK vermarktete Interface laut In-Stat aber vor allem durch die Camcorder bekommen. O'Rourke betont auch, dass er bei der Beurteilung der Lage sowohl IEEE 1394a (FW400) als auch IEEE 1394b (FW800) sowie IEEE 1394c und 1394-over-Coax berücksichtigt habe. Der komplette 38-seitige In-Stat-Report "1394 2007: A Niche Interface" soll 3.495 US-Dollar kosten.

2002 hatte In-Stat FireWire noch 21 Prozent Wachstum bescheinigt und war 2004 von einer mittleren jährlichen Wachstumsrate von 22,2 Prozent von 2004 bis 2008 ausgegangen.

Die Verbreitung von Geräten mit FireWire-Ports wird auch dadurch gebremst, dass pro verkauftem Gerät 25 US-Cent Lizenzgebühren an die MPEG LA zu entrichten sind, die die Rechte der Patenthalter (darunter Apple und Sony) verwaltet. Intel hingegen erteilt Firmen eine kostenlose Lizenz zur Nutzung von USB, allerdings benötigen Chiphersteller auch eine kostenpflichtige USB Vendor ID.

FireWire-Ports sind für die Hersteller von x86-PCs auch aus technischen Gründen vergleichsweise teurer als USB-Ports: Während alle Mainboard-Chipsätze bereits integrierte USB-Controller mitbringen, gab es nur einige Jahre lang die SiS963-Southbridge mit integriertem FireWire-Controller (von der dann aber die billigere Variante SiS963L ohne FireWire größere Verbreitung fand). Zur Bereitstellung von IEEE-1394-Ports ist deshalb ein separater Zusatzchip nötig, der nicht nur selbst Geld kostet (und mit mehreren US-Dollar viel zu teuer ist für Kampfpreis-Rechner), sondern auch noch zusätzliche Platinenfläche belegt. Bisher ist auch noch kein Mainboard mit IEEE-1394b-PCI-Express-Hostadapter erhältlich, selbst Apple bindet FW800 im Mac Pro und im MacBook Pro über den konventionellen PCI-Bus an – obwohl die theoretische maximale Datentransferrate von FW800 mit 100 MByte/s bereits an der praktisch mit 32-Bit/33-MHz-PCI erreichbaren Grenze kratzt.

Single-Chip-PCIe-FireWire-Hostadapter sind noch selten. Der XIO2200A von TI kombiniert zwar eine PCIe-PCI-Bridge mit 1394-Controller und 1394-PHY, unterstützt aber nur FW400 und soll rund 9,50 US-Dollar kosten – also fast ein Drittel von dem, was Intel als teuerster Chipsatz-Anbieter für den kompletten Mainboard-Chipsatz verlangt. Mit dem FW643 hat LSI (früher Agere) aber im Januar einen integrierten PCIe-IEEE-1394b-Chip angekündigt. Er soll unter anderem auf der Unibrain-Karte FireBoard800-e zum Einsatz kommen. (ciw)