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Mars-Rover Opportunity steht vor Lauf seines (Roboter-)Lebens

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Vielleicht seine letzte Reise: Zwei Jahre dürfte Opportunity benötigen, um vom Victoria-Krater zum 12 Kilometer entfernten Endeavour-Krater zu gelangen.

Der seit mehr als viereinhalb Jahren auf dem Mars aktive NASA-Roboter Opportunity (Mars Exploration Rover B, MER-B) hat eine neue Aufgabe: In den kommenden Monaten soll Opportunity vom Victoria-Krater (sein Aufenthaltsort in den vergangenen beiden Jahren) zum 12 Kilometer entfernten Endeavour-Krater rollen. Was für einen geübten Langläufer auf der Erde in rund 50 Minuten zu schaffen wäre, wird für Opportunity nach Berechnungen des Jet Propulsion Laboratory (JPL) einen rund zwei Jahre dauernden Gewaltmarsch bedeuten – vorausgesetzt, der Rover kommt tatsächlich eines Tages dort an.

"Möglicherweise werden wir es nie schaffen", erklärt Steve Squyres, der für die wissenschaftlichen Instrumente an Bord der Rover-Zwillinge Opportunity und Spirit verantwortlich ist. "Aber aus Forschersicht ist es auf jeden Fall einen Versuch wert." Frei nach dem konfuzianischen Motto "Der Weg ist das Ziel" sollen bei der Fahrt Richtung Südosten unter anderem Gesteinsformationen untersucht werden, deren einzelne Schichten weitere Aufschlüsse über die Entwicklungsgeschichte des Mars geben könnten. Hauptziel bleibt aber ein Blick in den Endeavour-Krater, der mit einem Durchmesser von 22 Kilometern mehr als zwanzig Mal so groß ist wie der Victoria-Krater.

Gegenüber der ersten großen Etappe, die Opportunity in den Jahren 2005 und 2006 von der Landestelle zum Victoria-Krater führte, stehen diesmal zwei zusätzliche Hilfsmittel bereit: Seit gut zwei Jahren funkt der Mars Reconnaissance Orbiter Aufnahmen seiner HiRISE-Kamera (High Resolution Imaging Science Experiment) zur Erde, was eine bessere strategische Planung der Fahrtroute erlaubt. Zudem wurde Opportunity im Jahr 2006 per Software-Update mehr Eigenständigkeit verpasst, sodass der Rover das von den Kameras an Bord aufgezeichnete Bildmaterial anhand definierter Kriterien selbst auswerten und die Ergebnisse für eigene taktische Manöver nutzen kann. (pmz)

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