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Mars-Sonde Phoenix: Ein Roboter-Leben geht zu Ende

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Arbeit eingestellt: Die Mars-Sonde Phoenix hat keinen Strom mehr

(Bild: NASA)

Vor wenigen Wochen hatte Phoenix noch einen letzten großen Auftritt: Bei der Beobachtung von Wolkenformationen registrierte das seit Frühjahr 2008 auf dem Mars aktive Forschungsmodul der US-Raumfahrtbehörde NASA Formen eines festen Niederschlags, den die Wissenschaftler später mediengerecht als "Schneefall auf dem Mars" verkauften. Jetzt verkündete die NASA das Ende der Mission: Phoenix kann über seine Solar-Panel nicht mehr genug Strom erzeugen und hat die Kommunikation komplett eingestellt.

Eines der letzten Phoenix-Bilder, aufgenommen am 149. Tag nach der Landung auf dem Mars.

(Bild: NASA)

Das letzte Signal sei vor gut einer Woche empfangen worden, teilte die Raumfahrtbehörde am heutigen Dienstag in Washington mit. Wie zuvor erwartet, habe sich mit Einzug des Mars-Herbstes die tägliche Sonnenscheindauer in der Nordpolarregion des Roten Planten so weit verkürzt, dass die Batterien an Bord nicht mehr ausreichend für einen Betrieb des Landers geladen werden könnten. Mit einer gegenüber der ursprünglichen Planung (drei Monate) nahezu verdoppelten Missionszeit sei das Phoenix-Projekt aber insgesamt ein großer Erfolg gewesen.

Kamera fotografiert Kamera: Die Robotic Arm Camera (RAC) aus Sicht des Surface Stereo Imager (SSI).

(Bild: NASA)

"Phoenix hat nicht nur die enorme Herausforderung einer sicheren Landung bewältigt, das Modul hat an 149 von 152 Mars-Tagen wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt", fasst Projektmanager Barry Goldstein die Leistung des vom Jet Propulsion Laboratory geführten Mars-Roboters zusammen. Mit dem Thermal and Evolved-Gas Analyzer (TEGA) und dem Mars Environmental Compatibility Assessment (MECA) an Bord habe man unter anderem nachweisen können, dass es Wassereis auf dem Mars gibt und dass der Marsboden eine große Ähnlichkeit zu Oberböden der Erde aufweist. Auch hat Phoenix mehr als 25.000 Bilder zur Erde geschickt, darunter Aufnahmen des ersten Rasterkraftmikroskops, das bei einer Weltraummission zum Einsatz kam.

Doch nach der Mars-Mission ist vor der Mars-Mission: Bereits im kommenden Jahr wird eines der Flaggschiffe aus dem Mars Exploration Program der NASA die Erde verlassen: An Bord einer Atlas-V-Trägerrakete soll im Herbst das mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Dollar ausgestattete Mars Science Laboratory (MSL) ins All befördert und dann weiter zum Roten Planeten gesteuert werden. Dabei handelt es sich um einen neuen Rover, der wie seine Vorgänger Spirit und Opportunity den Marsboden analysieren und dabei auch nach Spuren von Leben suchen soll. (pmz)