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Maru: Desktop-System für Android-Smartphones setzt auf LineageOS

Maru 0.6 ist ein Desktop-System zum Mitnehmen. Es startet, sobald ein Android-Smartphone per HDMI verbunden ist. Zukünftig könnte Maru mehr Geräte unterstützen.

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(Bild: Maru)

Ein Linux-Desktop für die Hosentasche verspricht Maru. Unterwegs läuft auf dem Smartphone Android (Maru Mobile), aber angeschlossen an einem Monitor startet ein Debian Linux mit dem genügsamen XFCE-Desktop (Maru Desktop). Bisher lief Maru nur auf den 2013 erschienenen Smartphones Nexus 5 und Nexus 7. Mit dem Wechsel zur Android-Adaption LineageOS soll sich das in Zukunft ändern.

Grund für die bisherigen Einschränkungen war, dass Geräte für Maru den Anschluss von externen HDMI-Displays über SlimPort oder MHL unterstützen mussten. Außerdem nutzte Maru das rohe Referenzsystem vom Android Open Source Project (AOSP) als Unterbau. Dies reduzierte die Auswahl an kompatiblen Geräten erheblich.

Für Maru 0.6 haben die Entwickler um Preetam D'Souza mit dem Team von LineageOS zusammengearbeitet. Maru nutzt eine verschlankte Variante von LineageOS als Grundlage der eigenen Firmware-Images. Dadurch soll Maru in Zukunft auf deutlich mehr Android-Geräten installierbar sein. In der offiziellen Ankündigung zu Maru 0.6 nennt D'Souza als neu unterstütztes Smartphone das ebenfalls betagte Nexus 5x von 2015. In der Dokumentation auf der Website findet man aber auch eine Installationsanleitung für das Samsung Galaxy S9+.

Größte sichtbare Neuerung ist die Unterstützung für Chromecast. Dadurch können Nutzer Maru Desktop kabellos verwenden. Das Smartphone sendet diesen nun auch per WLAN an ein Chromecast-kompatibles Gerät. Laut Meldungen aus der Maru-Community klappt dies auch mit Miracast.

Bei Maus und Tastatur geht die Entwicklung in die andere Richtung: Bisher musste man zwingend auf Bluetooth zurückgreifen – jetzt unterstützt Maru auch Eingabegeräte und weitere Peripherie über USB On-the-go (OTG). Die Eingabegeräte kann man mit der neuen Version auch nach dem Wechsel von Desktop- zu Mobilsystem unter Android weiterverwenden.

Zusätzlich hat das Maru-Team beide Betriebssysteme aktualisiert. Maru Mobile nutzt Android 8.1 (Oreo), während Maru Desktop statt Debian 8 (Jessie) nun Debian 9 alias Stretch startet. Letzteres verfügt nur über grundlegende Programme wie Firefox. Weitere Anwendungen wie LibreOffice können Nutzer über die Debian-Paketverwaltung nachinstallieren.

Eine frühere Version von Maru überzeugte im Test der c't. Die Hauptkritik dort: Maru lief nur auf dem damals schon veralteten Nexus 5. Diese Hürde haben die Maru-Entwickler jetzt hoffentlich bewältigt. (ktn)