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Marvel's Spider-Man: Kämpfen wie Batman, schwingen wie Tarzan

Auf der Gamescom machte Marvel's Spider-Man einen flotten und unterhaltsamen Eindruck. Die offene Spielwelt ist Chance und Risiko zugleich.

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Marvel's Spider-Man: Kämpfen wie Batman, schwingen wie Tarzan

(Bild: Sony)

Superheldenspiele können auch gut sein, das weiß man spätestens seit den Batman-Spielen der Arkham-Reihe. Auch Marvel's Spider-Man von Insomniac Games wird gut, daran lässt die Gamescom-Demo kaum Zweifel. Im PS4-Exklusivtitel schwingt sich ein Spider-Man im College-Alter durch das virtuelle Manhattan und nimmt es mit Schurken wie Mr. Negative und Rhino auf.

Die flüssige Fortbewegung durch die offene Spielwelt war den Entwicklern besonders wichtig, erklärt Cameron Christian, Design Director bei Insomniac Games. Diese Mühe merkt man dem Spiel auch an, wenn man sich intuitiv von Gebäude zu Gebäude schleudert. Das macht derart Spaß, dass man Manhattan auch einfach mal auf eigene Faust erkunden möchte. So wird man ermutigt, auch die kleinen Quests und Kämpfe, die über die Spielwelt verstreut wurden, aufzusuchen. Wie gut diese Nebentätigkeiten umgesetzt sind, zeigt die Gamescom-Demo noch nicht. Auf der PS4 Pro geht es stattdessen durch die erste Tutorial-Mission, die das Kampfsystem erklärt.

Das funktioniert im Grund wie bei den erwähnten Arkham-Spielen von Rocksteady: Spider Man schlägt nie ins Leere, sondern hüpft auf Knopfdruck akrobatisch zwischen seinen Widersachen hin und her. Ihnen ins Gesicht zu hauen macht genauso Spaß wie sie in Netzen einzuspinnen oder in der Luft zu jonglieren. Der Nahkampf fließt bemerkenswert gut, auch wenn man die Kombinationen noch nicht verinnerlicht hat.

Marvel's Spider-Man (30 Bilder)

(Bild: Sony)

Im Kern kennt man dieses System seit Arkham Knight. Den Vergleich findet Design Director Christian aber nicht ganz zutreffend, man habe in Spider-Man mehr Möglichkeiten im Nahkampf. Was er meint, merkt man zum Beispiel an der Interaktion mit der Umwelt: Wenn Spidey an der Wand steht, stößt er sich zu einer besonders starken Attacke ab. Wenn man die beiden Schultertasten gleichzeitig drückt, greifft er sich den nächstbesten Gegenstand und wirft ihn einem Gegner gegen den Schädel. Das lässt sich wunderbar mit Schlägen und Tritten kombinieren und wirkt noch etwas dynamischer als die Batman-Konkurrenz von Rocksteady. Manchmal sehen die Kämpfe dadurch fast schon choreographiert aus. Die Kamera spielt leider nicht immer mit und verliert im rasanten Durcheinander manchmal die Übersicht.

Die Stimmung in Marvel's Spider-Man ist locker, die Spielfigur lässt fast schon anmaßend viele schnippische Bemerkungen los. Das könnte auf Dauer nerven, passt aber gut zur Figur. Wenn man sich mal von den Wolkenkratzern auf die Straße herablässt, brechen die Passanten in Jubelgesänge aus. Insomniac gibt sich hier merklich Mühe, das meiste aus der Spider-Man-Lizenz rauszuholen. Auf den ersten Blick scheint das gut zu gelingen.

Quelle: PlayStation

Trotz der zügigen Fortbewegung in der offenen Spielwelt fielen in der Gamescom-Demo keine Pop-ins auf. Die Technik wirkte aber nicht immer überragend. Auch auf der Playstation 4 Pro läuft das Spiel mit 30 Bildern pro Sekunde, die nicht immer hundertprozentig stabil wirkten. Die Grafik ist gut, aber nicht überragend. Etwas störend wirkte das in der Gamescom-Demo deutliche Kantenflimmern. Im Wohnzimmer dürfte man aber deutlich weiter vom Fernseher weg sitzen, als im engen Demo-Raum, das könnte das Problem lindern. Eigene Aufnahmen hat Sony nicht zugelassen.

Spider-Man hat richtig Spaß gemacht. Viele Spielelemente sind bereits bekannt, aber die Mischung wirkte auf der Gamescom sehr gelungen. Ob die offene Spielwelt auf lange Sicht eine Bereicherung ist oder nur mit austauschbaren Beschäftigungsaufgaben gefüllt ist, muss der Test zeigen. Marvel's Spider-Man kommt am 7. September für die Playstation 4 in den Handel. (dahe)

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