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Marvell zeigt SSD-Controller mit KI-Funktionen

SSDs wissen im allgemeinen nicht, was in ihrem Flash gespeichert ist. Marvell will das mit KI-Funktionen erkennen.

Marvell zeigt SSD-Controller mit KI-Funktionen

Wer eine ganze Reihe von Videos und Fotos auf seiner Festplatte gespeichert hat, kennt das Problem: Wenn keine Metadaten vorhanden sind, hat man keine Ahnung, was in den Dateien gespeichert ist. Man muss sich jede Datei einzeln anschauen.

Das Problem will Marvell nun mit künstlicher Inelligenz angehen. In einer Demo auf dem Flash Memory Summit zeigte der Controller-Hersteller, wie eine SSD in Zusammenarbeit mit einer Windows-Anwendung Objekte in einem Videostream erkannte. Die Erkennungsrate lag dabei zwischen 30 und fast 100 Prozent – ausbaufähig, aber es war auch nur eine erste Demo.

Die Trainingsdaten der KI sind im DRAM-Cache der SSD gespeichert, nach einem Stromausfall werden sie aus dem Flash-Speicher nachgeladen. Da solche Daten meistens nur wenige MByte groß sind, hat das keine relevanten Auswirkungen auf den Speicherplatz der SSD.

Eigentlich weiß die SSD nichts von Dateien, sie kennt auch kein Dateisystem. Für diese Funktionen muss sie jedoch Informationen über Dateien haben; dies ist einer der Punkte, die SSD-Hersteller beim Einsatz dieser Funktion beachten müssen. Zudem muss eine Windows-Anwendung, die die Metadaten anfordert, direkt den SSD-Controller ansprechen.

Bei einem RAID oder Storage-Systemen würde die KI-Funktion zwar laut Marvell im Prinzip auch funktionieren, doch müsste die Windows-Anwendung dann die Metadaten der einzelnen SSDs selbst zusammenfügen.

Marvell bezeichnete die KI-Funktionen auf der Messe zwar als Demo, will aber durchaus ein kommerzielles Produkt daraus machen. Viele Punkte seien jedoch noch unklar; so war sich ein Marvell-Mitarbeiter nicht sicher, ob man für die KI-Funktionen einen eigenen CPU-Kern benötige oder nicht. Weitere Details will Marvell im Herbst bekannt gegen.

Zudem zeigte Marvell auf der Messe noch einen Adapter, der eine übliche NVMe-SSD netzwerkfähig macht. Der Adapter spricht NVMe over Fabric (NVMeoF), als Basis dient der Marvell-Chip 88SN2400 mit 100-GBit-Ethernet. Performance-Verluste soll es nicht geben.

Ab ins Netz: Der Marvell-Controller 88SN2400 bringt einer NVMe-SSD NVMeoF bei.

Der Adapter dürfte im Einzelhandel kaum erhältlich sein, ein Bastelprojekt für ausgediente NVMe-SSDs damit unwahrscheinlich. Marvell will den Adapter ausschließlich als OEM-Produkt in großen Stückzahlen verkaufen. (ll)

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