Menü
Technology Review

Maschinelle Übersetzung: Mensch schlägt Maschine

Übersetzungen könnten mit die ersten Dienstleistungen sein, die komplett von Computern übernommen werden – doch die Erwartungen scheinen überzogen zu sein.

von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 173 Beiträge
Forscher: Maschinen werden noch 20 Jahre lang schlechter übersetzen als Menschen

(Bild: Google)

Seit Jahrzehnten ist davon die Rede, dass Computer Texte bald so gut übersetzen können wie professionelle menschliche Übersetzer. Für die Sprachrichtung Chinesisch-Englisch berichteten Forscher von Microsoft Research in diesem Sommer, mit ihrem Maschinen-System tatsächlich eine nicht mehr von der von Menschen unterscheidbare Leistung erreicht zu haben.

Forscher der Universität Zürich halten allerdings dagegen: Laut ihrer aktuellen Studie sind Menschen in derselben Sprachrichtung immer noch besser. Der Hauptautor Samuel Läubli geht zudem davon aus, dass dies für mindestens die nächsten zwei Jahrzehnte auch so bleiben wird, berichtet Technology Review online in „Warum Menschen (noch) die besseren Übersetzer sind“.

Die unterschiedlichen Ergebnisse lassen sich dadurch erklären, dass die Microsoft-Forscher die Übersetzungen lediglich in einzelnen Sätzen beurteilen ließen, nicht im Zusammenhang des ganzen Textes. Bei der Betrachtung von Einzelsätzen kam auch die Schweizer Studie zu dem Schluss, dass maschinelle und menschliche Übersetzungen mittlerweile auf dem gleichen Niveau liegen. Jedoch ließen die Schweizer Forscher zusätzlich die Qualität der vollständigen Texte bewerten, und hier hatten menschliche Übersetzer weiter die Nase vorn.

Für Läubli und seine Kollegen ist die Evaluierung von Übersetzungen anhand von einzelnen Sätzen deshalb nicht mehr ausreichend. Zum Teil, so erklärt der Computer-Linguist auf Nachfrage, sei es relativ leicht, Probleme wie die mangelnde Kohärenz in Texten aus mehreren Sätzen automatisch zu beheben. Weil die Kohärenz bei der Beurteilung normalerweise keine Rolle spiele, bestehe derzeit aber kein Anreiz dafür. Allgemein sieht er die Aussichten auf wirklich gleichwertige Maschinen-Übersetzungen zurückhaltend. Bei reinen Gebrauchstexten könne es schneller gehen, aber echte Parität zwischen Maschinen und Menschen werde es in den nächsten 20 Jahren wohl noch nicht geben.

Mehr dazu bei Technology Review online:

Zur Startseite
Anzeige