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Maschinelles Übersetzen: Deutsches Start-up DeepL will 230 Sprachkombinationen unterstützen

DeepL aus Köln plant einen Ausbau seines Google-Translate-Konkurrenten. Das Geschäftsmodell setzt auf kostenpflichtige APIs.

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Maschinelles Übersetzen: Deutsches Start-up will 230 Sprachkombinationen unterstützen

Das im Sommer gestartete Übersetzungsportal DeepL aus Köln (ehemals Linguee) hat laut Aussagen seiner Redaktionsleiterin noch viel vor. Wie Silvia Lipski im Gespräch mit der Online-Ausgabe von Technology Review ("Google kann uns nicht überholen") sagte, sollen aus den aktuell unterstützten sieben Sprachen in Zukunft 230 Sprachkombinationen werden. "Wir starten mit den Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch und Polnisch. In Kürze werden weitere Sprachen wir Chinesisch, Japanisch, Russisch und Portugiesisch hinzukommen."

Zum Aufbau ihrer Technik musste die Firma nicht ins Silicon Valley ziehen. Es gebe in Deutschland einige der besten Forscher zum Thema maschinelles Lernen weltweit und man sei in der Lage gewesen, die talentiertesten davon zu gewinnen. "Wir sind nicht der Meinung, dass Google in dieser Hinsicht besser aufgestellt ist", so Lipski. Der DeepL-Übersetzer soll für Endnutzer kostenlos bleiben. Für Firmen plant DeepL allerdings, kostenpflichtige Schnittstellen für die eigenen Systeme "in naher Zukunft" anzubieten. "Wir wissen, dass ein großes Interesse an maschineller Übersetzung besteht und viele Firmen dies in ihre Produkte integrieren möchten." Dafür werde man bezahlte APIs anbieten, "mit sehr viel höherer Qualität als unsere Konkurrenz und zu günstigeren Preisen".

DeepL hat laut Lipski nicht vor, das Unternehmen zu verkaufen. DeepLs erstes Produkt, Linguee, ein zweisprachiges Online-Wörterbuch und eine Suchmaschine für Übersetzungen, habe 2016 über zwei Milliarden Suchanfragen von über 300 Millionen Nutzern beantwortet. "Zur Finanzierung werden Werbeanzeigen auf der Webseite gezeigt, wodurch die Firma Cashflow-positiv ist", so Lipski gegenüber Technology Review.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

Zu den technischen HIntergründen von DeepL siehe auch:

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