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Maschinen- und Anlagenbauer: Roboter sorgen auch für Arbeitsplätze

In der deutschen Wirtschaft arbeiten immer mehr Roboter - und zugleich immer mehr Menschen. Die Maschinen- und Anlagenbauer sehen darin ein Erfolgsrezept und freuen sich über steigende Nachfrage. Nur für Hausfrauen haben sie eine schlechte Nachricht.

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Roboter

(Bild: Kuka)

Die Aufrüstung der Industrie mit immer mehr Robotern vernichtet nach Angaben der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer keine Arbeitsplätze – im Gegenteil: "Wir sehen, dass die Zahl der Arbeitsplätze steigt", sagte der Geschäftsführer des Branchenverbands (VDMA), Patrick Schwarzkopf. "Deutschland hat die dritthöchste Roboterdichte nach Korea und Japan und einen Beschäftigungsrekord mit 43 Millionen Beschäftigten." In der deutschen Autoindustrie sei der Roboterbestand seit 2010 um 17 Prozent gestiegen und die Zahl der Beschäftigten um 13 Prozent.

Smarte und mobile Roboter als Arbeitskollegen nähmen Menschen schwere oder ungesunde Arbeiten ab. Das erhöhe zugleich die Produktivität und mache Arbeitsplätze sicherer – "ein Erfolgsrezept", betonte Schwarzkopf bei der Eröffnung der Automatica-Messe in München.

Der Umsatz mit Robotik und Automation sei im vergangenen Jahr in Deutschland auf 12,2 Milliarden hochgeschnellt und dürfte dieses Jahr um weitere 2 Prozent zulegen, sagte der Verbandsmanager. Treiber sei die Nachfrage nach industrieller Bildverarbeitung, die Kameras als "Auge der Maschine" einsetzt.

Privathaushalte musste Schwarzkopf vertrösten: "Wir sehen schon Staubsauger- und Rasenmäher-Roboter." Aber "dass jeder Haushalt einen Roboter hat, der die Hemden bügelt, das sehen wir in den nächsten Jahren nicht." Das bleibe vorerst noch Science-Fiction.

Scharf kritisierte der VDMA das Europaparlament, weil es die Robotik auszubremsen drohe. Überlegungen des Rechtsausschusses, jeden Roboter in Europa zu registrieren und für ihn Sozialabgaben zu verlangen, seien praxisferne Bürokratie.

Nach einer Umfrage der Messe rechnen die meisten Industrie-, Transport- und Lagermanager damit, dass Helfer-Roboter künftig so einfach wie Smartphones zu bedienen sein werden. Das größte Hindernis für den Einsatz im Betrieb sehen 40 Prozent bei der Datensicherheit und dem Schutz der Betriebsgeheimnisse.

Auf der Messe präsentieren sich bis Freitag 839 Aussteller, darunter 20 aus China. Der chinesische Midea-Konzern sorgt mit seinem Übernahmeangebot für den großen Augsburger Roboterhersteller Kuka seit Wochen für Schlagzeilen. Schwarzkopf sagte, China baue eine Robotik-Industrie auf, aber im obersten Segment habe sie noch keine Produkte zu bieten. (dpa) / (jk)

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