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Massen-Ferndiagnose für den neuen Xeon

Intels jüngste Server-Prozessoren Broadwell-EP unterstützen die Entscheidung darüber, welche Anwendungen sich problemlos einen Prozessor teilen können. Die dafür nötige Datenerfassung wird von einer neuen Intel-Software gesteuert.

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Ein Feature von Intels gerade neu vorgestellten Serverprozessoren Broadwell-EP heißt Resource Director Technology (RDT). Das Verfahren soll den Betreibern von Cloudservern bei der Entscheidung darüber helfen, welche Anwendungen sich konfliktfrei einen Prozessor teilen können. Dazu schreiben die Prozessoren mit, wie oft welcher Kern, Prozess oder Thread einen Netzwerk-Zugriff beansprucht oder Daten in den Last-Level-Cache (LLC) schreibt. Außerdem – und das ist strenggenommen die wirklich dirigierende Funktion – können sie LLC-Kontingente für hoch priorisierte Prozesse reservieren. Das ist etwa dann bedeutungsvoll, wenn ein niedrig priorisierter Prozess häufige LLC-Zugriffe verursacht und damit den Cache für einen höher priorisierten Prozess blockiert.

Der Broadwell-EP bietet auf 14 nm verkleinerte Strukturen und Verbesserungen in der Architektur.

Ein Programm, das bei der Ausführung viel Cache beansprucht, ist der Kompressor Bzip2. Der ist außerdem Bestandteil der Benchmarksuite Specint CPU 2006. Nun haben die Intel-Ingenieure herausgefunden, dass die Ergebnisse der Specint-Tests schlimmstenfalls auf ein Fünftel des Erwartungswerts zurückfallen, falls gleichzeitig ein zuvor gestarteter Bzip2-Prozess läuft. Diesen Effekt kann man mit den neuen Xeons ausschließen, wenn man von vornherein ausreichend LLC-Platz für die Benchmarksuite reserviert.

Zur Steuerung der Logging- und Reglementierungsfunktionen hat Intel auf dem Cloud-for-all-Day in San Francisco die quelloffene Software Snap freigegeben, mit der man die regelmäßige Erfassung zahlreicher Prozessordaten starten oder stoppen kann. Snap enthält auch Funktionen zum Filtern und Aggregieren der Daten. Es sammelt seine Informationen aus direkten Prozessorabfragen sowie zusätzlich über Plug-ins für Linux, Vmware, Docker und Openstack.

Aus Sicht von Snap lassen sich mehrere Prozessoren in einen sogenannten Tribe eingliedern. Spricht man einen dieser Prozessoren mit Snap an, leitet dieser die Kommandos an alle Mitglieder des Tribes weiter. So lassen sich mit wenigen Kommandozeilen an einen einzelnen Prozessor die Lastanalyse in großen Teilen eines ganzen Datacenters steuern.

Ebenfalls auf der Intel-Veranstaltung präsentierte auch der erste Nutzer von Snap, die Firma Grafana, eine Anwendung zur Aufbereitung von Serverdaten. Darüber lassen sich diverse Daten zu individuellen Prozessorzuständen sowie zu Lastprofilen grafisch anzeigen. (dwi)