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Massenabmahnungen für Flatrate-Nutzer

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Die Medien-Info Center GmbH, Anbieter der so genannten Erotik-Flatrate, hat Ende letzter Woche etwa 2000 Kunden wegen zu langer Nutzung des Internet-Pauschaltarifs abgemahnt. In einer E-Mail an die betroffenen Kunden nannte Geschäftsführer Martin Hinsch Mehrfacheinwahlen unter der gleichen Kennung als eine Ursache für überlange Nutzung. Nach Berichten von c't-Lesern sollen einzelne Kunden mehr als 1500 Stunden pro Monat online verbracht haben. Der Provider bezieht seine Informationen aus Log-Dateien der deutschen Telekom, deren Netz er benutzt. Medien Info Center will allen betroffenen Kunden in den nächsten Tagen eine Aufstellung über die Einwahlzeiten zur Verfügung stellen. Anhand dessen sollen die Kunden entscheiden, ob ihre Einwahlkennung von Dritten missbraucht wurde oder ob sie einen anderen Grund für die überhöhte Nutzung der Flatrate erkennen können.

Das Unternehmen kann nach eigenen Angaben nicht selbst feststellen, von welchem Anschluß die Einwahlen stattgefunden haben. Diese Daten seien zwar bei der Telekom verfügbar, diese müsse sie jedoch nur den Ermittlungsbehörden zur Verfügung stellen. Betroffene Kunden müßten Anzeige gegen Unbekannt stellen, wenn sie sich die vermehrte Nutzung nicht erklären könnten.

Unter Umständen ist allerdings der Provider selbst Mitverursacher eines Großteils der vermeintlich zu hohen Nutzungsdauer: Die Provider-eigene Software baut nach Angaben von Anwendern unter Windows 2000 selbsttätig eine Verbindung mit ISDN-Kanalbündelung auf. Zudem verschickte Medien Info Center die zur Nutzung der Flatrate notwendigen Aktivierungsschlüssel teils per E-Mail, teils per Post. Dabei sollen auch Fehler aufgetreten sein: Teilweise bekamen Nutzer wohl mehrere Schlüssel zugesandt, mit denen die Einwahl in das Netz möglich war. Für eine Stellungnahme zu den Abmahnungen stand der Provider am heutigen Montag bislang nicht zur Verfügung. (ll)