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Massenentlassungswelle in den USA

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Der amerikanische Unterhaltungs- und Medienriese Walt Disney Company, der kanadische Netzwerkausrüster Nortel Networks, der US-Computerhersteller Palm und der US-Telekom-Ausrüster ADC Telecommunications sind nur die letzten in einer ganzen Reihe von Firmen, die in den USA groß angelegte Stellenstreichungen angekündigt haben. Disney will wegen des konjunkturellen Schwächeanfalls weltweit 4000 Mitarbeiter oder rund drei Prozent der insgesamt 120.000 Beschäftigten nach Hause schicken. Nortel will weitere 5000 Stellen streichen. Damit hat Nortel seit Jahresbeginn insgesamt 15.000 Mitarbeiter nach Hause geschickt. PDA-Spezialist Palm will 250 seiner insgesamt 1.924 Mitarbeiter entlassen. Die Aktien des Unternehmens brachen im vorbörslichen Handel drastisch um 40 Prozent auf 9,34 US-Dollar ein. Das Unternehmen wird auch den Bau eines neuen Firmen-Hauptquartiers verschieben. Und der Telekom-Ausrüster ADC will bis Ende Oktober weitere 3.000 bis 4.000 Mitarbeiter entlassen, nachdem die Gesellschaft bereits zuvor weit reichende Stellenstreichungen vorgenommen hatte.

Damit setzt sich die Entlassungswelle bei vielen nordamerikanischen Großkonzernen beschleunigt fort. In den letzten Wochen und Monaten haben bereits mehr als 30 US-Unternehmen Massenentlassungen von insgesamt 167.000 Mitarbeitern angekündigt. Dazu zählen unter vielen anderen die amerikanische DaimlerChrysler-Tochter Chrysler (26.000), der Chip- und Handy-Hersteller Motorola (22.000), der Telecom-Ausrüster Lucent (16.000), die Telefongesellschaft Verizon (10.000) und der Verbraucherproduktriese Procter & Gamble (9.600).

Disney bezeichnete den Stellenabbau als die schwierigste Entscheidung der letzten 20 Jahre. Die Stellenstreichungen sollen alle Betriebsbereiche und die Konzernzentrale betreffen: "Wir sehen uns den immer stärkeren Herausforderungen einer sich abschwächenden Wirtschaft gegenüber", erklärte der Konzern. Disney und andere Medienunternehmen leiden nach Darstellung von Wall-Street-Analysten unter sinkenden Werbeeinnahmen. Diese könnten vor allem die riesige Fernsehtochter ABC sowie die Disney-Kabelfernsehsparte treffen. Auch die Freizeitparks wie Walt Disney World in Orlando (Florida) und Disneyland in Kalifornien könnten von der US-Konjunkturschwäche betroffen werden, glauben Tourismusexperten. (dpa) / (jk)