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Massenrückzug aus OpenOffice-Projekt

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Nach der Ankündigung zahlreicher Projektmitglieder, mit der Document Foundation eine unabhängige Organisation zu gründen, spitzt sich der Konflikt mit Hauptsponsor Oracle offenbar zu. Mehr als 30 Verantwortliche der deutschsprachigen Sektion, die sich bislang als Ehrenamtliche für die freie Bürosuite engagiert hatten, haben ihren Rückzug bekannt gegeben. Dazu zählen praktisch alle Führungspositionen des deutschsprachigen Projekts, die jetzt verwaist sind.

Nach der Absage Oracles zur Beteiligung an der Foundation und der gleichzeitigen Ankündigung, das Projekt wie bisher weiterzuführen, habe sich ein Interessenskonflikt für diejenigen Community-Mitglieder ergeben, die eine Änderung erreichen wollen. Da es von Oracle bisher kein Einlenken bezüglich der Frage nach der Projektorganisation und -führung gebe, ergäbe sich für die Unterzeichner eine Entweder/Oder-Frage. In Zukunft wollen sich die Unterzeichner ganz der Document Foundation widmen und in diesem Rahmen LibreOffice weiter entwickeln und fördern.

Dies sei notwendig, "um der Community und der von ihr betreuten Software die Chance zur Entfaltung zu geben", heißt es im Abschiedsschreiben. In der Vergangenheit sei dies trotz guter Zusammenarbeit mit Sun/Oracle in Bereichen wie Qualitätssicherung und Übersetzung nicht immer möglich gewesen und habe immer wieder zu Missverständnissen und Diskussionen geführt. Daher seien viele Ideen zur Weiterentwicklung der Software, zum Design oder zum Marketing nicht angegangen oder umgesetzt worden, weil sie nicht den Vorstellungen des Hauptsponsors entsprochen hätten oder einfach keine Entscheidung getroffen worden sei.

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Co-Leads Jacqueline Rahemipour und Marko Moeller, Entwickler Thorsten Behrens sowie die für Marketing und Pressearbeit Verantwortlichen Florian Effenberger und Thomas Krumbein, der gleichzeitig Vorsitzender des OpenOffice.org Deutschland e.V. ist.

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(db)