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Massive Datenpanne in norwegischer Steuerverwaltung

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Die norwegische Steuerverwaltung hat versehentlich die ID-Nummern der fast 4 Millionen Steuerpflichtigen des Landes auf CDs an Zeitungsredaktionen geschickt. Die aus elf Ziffern bestehende Nummer, die unter anderem das Geburtsdatum enthält, wird in Norwegen von öffentlichen Institutionen und Unternehmen zur Identifizierung von Personen genutzt. Die CDs gingen laut einer Mitteilung der Steuerverwaltung an neun Zeitungsredakteure. Die Daten seien verschlüsselt, daher hätten nur Redakteure mit einem Schlüssel Zugang. Sie werden gebeten, die CDs zurückzugeben und möglicherweise kopierte Datensätze zu löschen.

Der norwegische Datenschutzbeauftragte Ove Skåra bezeichnete den Vorfall laut einem Bericht des norwegischen Rundfunks NRK als einen Skandal und verglich ihn mit den jüngsten Datenlecks in Großbritannien. Finanzministerin Kristin Halvorsen sieht einen "äußerst ernsten und bedauerlichen Fehler" und forderte eine Aufklärung des Vorfalls.

Daten wie Namen, Einkommen und Steuersätze sind in Norwegen allgemein zugänglich. Die Steuerverwaltung liefert den Medien sogar alljährlich entsprechende Listen. Die Aufregung entstand nun, da die Datenlisten auch die jeweilige Personen-Kennziffer enthalten. Da sie die für die Identifizierung von Personen entscheidend ist, wird sie im Gegensatz zu den anderen Daten normalerweise streng vertraulich behandelt. (anw)