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"Massives Wachstum" für Geschäfte mit Biometrie in Deutschland prognostiziert

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Hersteller von Biometrieprodukten und -dienstleistungen können sich in Deutschland in den nächsten Jahren über starke Umsatzzuwachsraten freuen. Und wer sich auf Fingerabdruck- und Gesichtserkennung spezialisiert hat, profitiert davon am meisten. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsunternehmen Soreon in der Studie "Biometriemarkt in Deutschland 2004-2009: Anti-Terror-Gesetze kurbeln Wachstum an".

Sei der Biometrie-Gesamtmarkt mit einem Volumen von knapp 12 Millionen Euro heute noch unbedeutend, so die Soreon-Marktforscher, brächten bis 2009 insbesondere Großaufträge des Bundes hohe Wachstumsraten, die den Markt auf über 370 Millionen Euro im Jahr 2009 anwachsen ließen. Vor allem Fingerabdruck- und Gesichtserkennungsanwendungen profitierten davon; beide zusammen würden mit knapp 90 Prozent alle anderen biometrischen Verfahren wie Iris-, Stimm- und dynamische Unterschrifterkennung klar dominieren.

Entscheidend getrieben werde das Wachstum durch Projekte des Staates, Reisepässe und Visa mit biometrischen Merkmalen (Chips mit integrierten Gesichtsmerkmalen respektive Fingerabdrücken) auszurüsten und die damit verbundene notwendige Ausstattung von Meldestellen, Auslandsvertretungen und Grenzübergängen. Im Jahr 2009 soll das Kundensegment Staat demnach einen Anteil von 45 Prozent (169 Millionen Euro) des Gesamtmarktes abdecken. Der privatwirtschaftliche Sektor werde 2009 über alle Kundensegmente hinweg einen Umsatz von 208 Millionen erzielen, wobei das Transportwesen (61 Millionen Euro), der Finanzsektor (46 Millionen Euro) und Unternehmen aus den Bereichen Handel und Dienstleistungen (knapp 44 Millionen Euro) die größten Anteile daran hätten.

Biometrische Zutrittskontrollen sollen bis 2009 mit 31 Prozent Marktanteil (117 Millionen Euro) den zweithöchsten Stellenwert nach der staatlichen Anwendung "Civil-ID" erreichen. Stark zunehmen würden auch die Umsätze für biometrisch gesicherte IT-Zugänge (48 Millionen Euro) sowie Datensicherheit (38 Millionen Euro). Biometrische Zahlungsanwendungen werden sich nach Einschätzung von Soreon bis 2009 hingegen "nicht im großen Stil" durchsetzen. Zwar würden sich die Umsätze mit der Anwendung Zahlung bis dahin verzehnfachen, sie erreichten aber dennoch nur einen verschwindend geringen Anteil des Gesamtmarktes (1 Prozent). Dies werde sich erst ändern, wenn die Banken mitziehen.

Für die nach Unternehmensangaben "erste umfassende unabhängige Marktprognose für den deutschen Biometriemarkt" analysierte Soreon relevante Biometrie-Produkte und biometriebezogene Leistungen. Neben statistischen Quellen wurden Preis- und Marktangaben von rund 20 befragten Entwicklern, Lösungsanbietern und Integratoren von biometrischen Technologien erhoben. Zusätzlich seien die Ergebnisse aus mehr als 40 Gesprächen mit potenziellen Anwenderunternehmen, Behörden, Verbänden und Experten aus den Bereichen Datenschutz und Politik in die Studie eingeflossen. (pmz)