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Technology Review

Akkus als langfristige Stromspeicher: nicht unbedingt die beste Lösung

Der Akku-Experte Gerd Ceder erwartet bedeutende Fortschritte, warnt aber vor überzogenen Erwartungen – auch bei der viel gelobten Solid-State-Technik.

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Materialforscher: Batterien nicht unbedingt die Lösung für saisonale Speicher

Lithium-Ionen-Akkupack für ein Auto.

(Bild: "Plug-In" / Kevin Krejci / cc-by-2.0)

Der Materialwissenschaftler Gerd Ceder vom Lawrence Berkeley National Lab in den USA ist der Meinung, dass Akku-Technik nicht unbedingt den richtigen Ansatz für die langfristige Speicherung von Strom darstellt. „Für mich ist nicht offensichtlich, dass die Lösungen (…) im Bereich der klassischen elektrochemischen Speicherung gefunden werden. Nicht jedes Problem wird sich mit Batterien lösen lassen“, sagte er in einem Interview mit der US-Ausgabe von Technology Review (siehe Akkutechnik: "Der Aufwand ist gerechtfertigt").

Wissenschaftler um Ceder haben vor einigen Jahren die neue Materialklasse der „ungeordneten Steinsalze“ entdeckt, die als Ersatz für das teure und heikle Kathoden-Material Kobalt dienen und eine höhere Energiedichte ermöglichen könnten. Derzeit leitet er eines der Teil-Projekte in einem Programm des US-Energieministeriums für eine neue Generation von Lithium-Ionen-Akkus. Inzwischen sind laut Ceder in der neuen Klasse mehr als ein Dutzend Verbindungen mit viel versprechenden Eigenschaften entdeckt worden, die jetzt näher untersucht werden müssten. „Wahrscheinlich zählen sie derzeit sie zu den besten Kandidaten für Kathoden-Materialien mit höherer Energiedichte“, so Ceder.

Bezüglich Solid-State-Batterien hält der Experte an seiner früheren Einschätzung als „beinahe perfekte“ Energiespeicher fest. Er sei immer noch optimistisch, „dass sie das Spiel grundlegend verändern werden“, und sie könnten sich als so gut erweisen, dass die Bemühungen darum gerechtfertigt sind. Die Technik zähle immer noch zu den viel versprechendsten im Bereich der Energie-Speicherung. Allerdings seien Solid-State-Elektrolyten oft nicht stabil, und bislang habe niemand eine wirklich gute Methode für die Produktion derartiger Batterien vorgeschlagen. Bewiesen sei bisher nur ihre grundsätzliche Machbarkeit, nicht aber die Wirtschaftlichkeit.

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