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Mathematica 10 – jetzt auf dem Desktop, bald im Browser

Das mathematisch-naturwissenschaftliche Softwarepaket von Wolfram Research bespielt in seiner zehnten Ausgabe neue Felder wie maschinelles Lernen und geografische Berechnungen.

Um über 700 neue Funktionen soll Version 10 des mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Berechnungs- und Visualisierungspakets seit seinem Vorgänger Mathematica 9 erweitert worden sein, teilt der Hersteller Wolfram Research mit. Firmenchef Stephen Wolfram bezeichnet in einem Blogbeitrag die zehnte Ausgabe sogar als den größten Sprung in Sachen Funktionalität, den es in der 26-jährigen Geschichte von Mathematica gegeben habe.

Neben vielen mathematisch-wissenschaftlichen Neuheiten stellt Mathematica 10 auch seine eigenen Grafiken in schickerem Look dar.

(Bild: Wolfram Research)

Mit Werkzeugen für maschinelles Lernen, für algorithmische Geometrie sowie für Berechnungen und Visualisierungen geografischer Daten soll sich Mathematica 10 für drei ganz neue Anwendungsgebiete eignen. Beispielsweise rufen wenige Zeilen Mathematica-Code eine Liste von Schiffswracks im Mittelmeer aus der Cloud ab und zeichnen diese direkt in eine Karte ein. Geometrische Operationen liefern unter anderem die konvexe Hülle von 3D-Objekten, berechnen Schwerpunkte oder schneiden Oberflächen.

Basis der neuen Mathematica-Version soll erstmals die eigene Programmiersprache Wolfram Language sein, die die Firma im vergangenen Herbst angekündigt hat und die man seit zwei Wochen auch in der Cloud selbst ausprobieren kann. Die Programmiersprache soll die Basis für unterschiedliche Anwendungen von Wolfram Research bilden, die auf verschiedenen Plattformen laufen – sie steckt zum Beispiel hinter der "rechnenden Wissensmaschine" Wolfram Alpha. Eine Vorabversion der Wolfram Language gab es sogar schon gratis für den Kleinstcomputer Raspberry Pi. Diese Portierung war zudem eine der ersten Vorstöße des sogenannten Connected Device Project von Wolfram. Das Ziel: In Zusammenarbeit mit der Mathematica-Community und den jeweiligen Geräteherstellern sollen internetfähige Geräte von der Smart Watch über intelligente Stromzähler und Navigationsgeräte bis hin zu wissenschaftlichen Messinstrumenten mittels Wolfram Language anzusprechen sein.

Mathematica 10 rechnet mit 3D-Geometrie, hier schneidet die Software Flächen.

(Bild: Wolfram Research)

Mathematica 10 soll sich direkt beim Start mit Wolframs eigener Cloud verbinden, in der auch Wolfram Alpha läuft und aus der beispielsweise Echtzeit-Datenstöme über Aktienkurse oder meteorologische Messwerte ihren Weg in die lokal installierte Software finden. Mit dieser Cloud nicht zu verwechseln ist das Projekt Mathematica Online, das in Kürze einen Großteil der Funktionen der klassischen Desktop-Software komplett im Browser zur Verfügung stellen soll.

Mathematica 10 läuft unter Windows, Mac OS X und Linux. Die Software lässt sich 30 Tage lang kostenlos testen. Die Preise für eine Desktop-Einzelplatzlizenz reichen von 295 Euro für den privaten Gebrauch bis 8920 Euro für Unternehmenskunden – dazu kommt jeweils die Steuer (VAT). Für die Ausbildung, für Regierungen und Non-Profit-Organisationen gibt es spezielle Preise. Die deutsche Webseite von Wolfram liefert derzeit weder Informationen noch Preise über Mathematica 10 – hier wird derzeit noch Version 9 beschrieben.

Siehe dazu auch:

(Peter König) / (pek)
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