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Matsushita übernimmt Plasmafertigung von Pioneer

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Pioneer übergibt außer der Plasmapanel-Fertigung auch sein Know-how und seine Patente an Matsushita, den Marktführer im Plasmadisplay-Business. Die genaue Ausgestaltung des Abkommens wird bis Mai verhandelt. Anfang März hatte Pioneer bekannt gegeben, die eigene Panelfertigung einzustellen.

Die beiden japanischen Unternehmen einigten sich darauf, dass Matsushita die Forschung und Entwicklung von und für Pioneer ebenso übernimmt wie die strategische Produktplanung. Die Matsushita-Ingenieure haben Zugriff auf Pioneers Kuro-Technik, die in der neuesten Generation von Pioneers Fernsehgeräten zum Einsatz kommt. Die Kuro-Plasmadisplays werden allgemein für ihre satten Schwarzwerte gerühmt. Pioneers Patente auf dem Gebiet der Plasmadisplays dürften das Interesse Matsushitas an der Übernahme der kompletten Panelproduktion nicht unwesentlich beeinflusst haben. Von der Kuro-Technik können künftig auch Panasonics eigene Viera-Plasmadisplays profitieren.

Pioneer wird zwar keine Panels mehr selbst fertigen, aber weiterhin Flachbildfernseher anbieten. Das Unternehmen schreibt seit längerem rote Zahlen und macht dafür vor allem den defizitären Plasmabereich verantwortlich. Die Fertigung der technisch anspruchsvollen Kuro-Panels war nicht rentabel. Ab Herbst 2009 sollen deshalb sämtliche Plasmafernseher von Pioneer die neuen Panels von Matsushita nutzen. Bis dahin kommen noch Pioneer-eigene Panels zum Zuge. Außerdem will Pioneer sein LCD-Angebot unter dem Kuro-Brand ausbauen und sich dabei nicht nur auf kleine Schirmdiagonalen beschränken. Geplant sind für August dieses Jahres zwei LCD-TVs mit 32"- und 37"-Diagonale, die beide 100-Hz-Technik und 1920 × 1080 Pixel besitzen, und später ein 47-Zöller ebenfalls mit 100-Hz-Technik und Full-HD-Auflösung. Unter dem Kuro-Brand bringt Pioneer zudem ab sofort Heimkino-Projektoren auf den Markt.

Auch Matsushita will im LCD-Segment künftig auf größere Diagonalen setzen. Das Unternehmen hat seinen Anteil an der gemeinsam mit Hitachi betriebenen LCD-Fabrik IPS-Alpha kürzlich wie geplant auf 45 Prozent erhöht. Der japanische Unterhaltungselektronik-Riese, besser bekannt unter dem Namen Panasonic, investiert hier 300 Milliarden Yen (1,9 Milliarden Euro) in den Bau einer neuen Produktionsstraße der achten Generation. Seinen Anteil am Plasmamarkt will Matsushita künftig auf 60 Prozent steigern, im LCD-Bereich sollen es im Massengeschäft rund 10 Prozent sein. Für das laufende Geschäftsjahr hat sich der japanische Konzern vorgenommen, insgesamt 15 Prozent des weltweiten Flachbild-TV-Marktes zu erobern. Bei den Geräten mit Diagonalen über 37 Zoll (94 cm) sollen es nach Vorstellung der Unternehmensführung sogar 25 Prozent des Gesamtmarktes werden. Dieses ehrgeizige Ziel könnte den gerade einsetzenden Preiskampf bei den TV-Markengeräten weiter anheizen. (uk)

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