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Max-Planck-Gesellschaft und Springer erzielen nun doch Einigung über Lizenzvertrag

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Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und der wissenschaftliche Springer-Verlag (nicht zu verwechseln mit der Axel Springer AG) haben sich nun doch einvernehmlich darauf verständigt, den Wissenschaftlern aller Max-Planck-Institute und Forschungsgruppen den Zugriff auf sämtliche Inhalte der Online-Plattform SpringerLink zu ermöglichen. Ende Oktober hatte die MPG die Verhandlungen schon für gescheitert erklärt. Wie die Forschungsgesellschaft jetzt bekannt gab, ist der Vertrag Ende Januar nach intensiven Verhandlungen unterzeichnet worden.

Nach Ansicht der MPG berücksichtigt die Übereinkunft den derzeit massiven Wandel des wissenschaftlichen Publikationswesens, in dem die Wissenschaftsverlage nach neuen Geschäftsmodellen und die Wissenschaftseinrichtungen nach neuen Wegen zur größtmöglichen Verbreitung ihrer Forschungsergebnisse suchen. So umfasst die Vereinbarung auch "Open Choice, das Open-Access-Modell von Springer, das für sämtliche Autoren gilt, die Max-Planck-Instituten angehören. Das "Open Choice"-Programm ermöglicht Lesern weltweit den vollständigen, sofortigen und kostenfreien Zugriff (Open Access) auf alle wissenschaftlichen Artikel, die nach dem üblichen Peer Review zur Veröffentlichung in Springer-Zeitschriften angenommen wurden und für die die Institution des Autors für die Veröffentlichungskosten aufkommt, statt wie bisher Institutsbibliotheken und Leser über Download- und Lizenzgebühren.

"Wir haben eine für beide Seiten vorteilhafte Vereinbarung erzielt", erklärt MPG-Vizepräsident Kurt Mehlhorn. "Der neue Vertrag wurde in seinem Umfang erheblich erweitert und trägt dem Umbruch in der Wissenschaftskommunikation wie auch der Rolle der Max-Planck-Gesellschaft Rechnung. Zugleich wird auch die Bedeutung von Springer als einem der führenden Wissenschaftsverlage hervorgehoben." Der Verlag und die MPG wollen gemeinsam an der Weiterentwicklung neuer Publikationsmodelle arbeiten. Eine zweijährige Pilotphase soll klären, ob die jetzt vereinbarte Verknüpfung des Subskriptionsmodells mit Open Access ein tragfähiges Geschäftsmodell für das wissenschaftliche Publizieren bildet. Während der Laufzeit des Vertrages würden beide Partner, betonte Peter Hendriks von Springer, "den Nutzen von Open Access für Autoren und Leser analysieren". (Richard Sietmann) / (jk)

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