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MechWarrior 5 angespielt: Chaos, Kneten und Kolosse

MechWarrior 5: Mercenaries vereint taktisches Action-Geballer mit purer Zerstörungswut. Trotz der lahmen Präsentation ist das ein Heidenspaß.

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(Bild: Piranha Games )

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Das wurde aber auch langsam Zeit: Fast 20 Jahre nach dem letzten Teil dürfen sich die Spieler in MechWarrior 5: Mercenaries endlich wieder in das Cockpit eines Battlemechs setzen und alles zu Schutt und Asche zerlegen. Es geht von Planet zu Planet, von Gefecht zu Gefecht und von einem lukrativen Auftrag zum nächsten, um am Ende als der beste Battlemech-Pilot der Galaxis dazustehen.

Überall Chaos. Raketen regnen auf unsere Mechs herab, als wir nach und nach einen Piratenstützpunkt zertrümmern. Die Warnanzeigen blinken rot, ein Arm liegt schon irgendwo im Dreck und unser Laser ist schwer beschädigt. Und dann, als wir denken, dass alles vorbei ist, kommt dieser riesige Mech auf uns zu und brät unseren Centurion mit seinem Flammenwerfer, während um uns herum die Panzer wuseln. Kurz gesagt, es sieht nicht gut aus.

In 100 Sekunden: MechWarrior 5 - Video von heise online

Fliegende Schrottteile, zertrümmerte Häuserschluchten und zerschmetterte Panzer – Willkommen im Zeitalter von Battletech! Anno 3015 liegt das ganze Universum mal wieder in Trümmern. Die Menschheit hat sich zwar überall breit gemacht, aber die alten Konflikte sind geblieben. Als die letzten Überlebenden einer einst glorreichen Söldnertruppe (die titelgebenden "Mercenaries") schlüpfen die Spieler in riesige Battlemechs und versuchen, in diesem Chaos Karriere zu machen.

Das Spielgefühl ist einzigartig: sich in das Cockpit eines dieser Kampfkolosse zu schwingen und mit Laser, MG oder Fernlenkraketen Chaos anzurichten, macht nicht nur Spaß, sondern erfordert auch ein wenig taktisches Geschick. Die Steuerung der behäbigen Kampfmaschinen hebt sich von anderen Shootern ab und verlangt Voraussicht. Wohin läuft mein Gegner? Welche Schwachstellen soll ich anvisieren? In welche Richtung drehe ich meinen Torso? Das funktioniert mit Maus und Tastatur oder Gamepad hervorragend, aber das Spiel unterstützt auch Flightsticks, die den Simulationscharakter des Spiels betonen.

Obwohl Piranha Games - nicht zu verwechseln mit dem deutschen Studio Piranha Bytes – ihr Mech-Abenteuer als Singleplayer-Spiel konzipiert haben, gibt es keine spannende Story oder aufwändige Cutscenes. Überspitzt formuliert ist MechWarrior 5 eine actionlastige Wirtschaftssimulation, bei der die Spieler mit ihren Kampfkolossen riskante Aufträge annehmen, sich in Gefechte stürzen, Kohle einsacken, neue Mechs kaufen und sie regelmäßig warten und aufrüsten.

Die Aufträge sind in der ganzen Galaxis verteilt. Auf unterschiedlichem Terrain, von der Eislandschaft bis zur Wüste, müssen die Söldner Attentate ausführen und Basen verteidigen oder zerstören. Bis zu vier Mechs stürzen sich ins Gefecht, wobei der Spieler den KI-Gefährten nur grobe Befehle geben kann – der Rest hängt von Können der Piloten ab, die er auf den Planeten anheuern kann.

Nach einer erfolgreichen Mission kann die hart verdiente Währung in die unvermeidliche Reparatur der Mechs gesteckt oder in neue Ausrüstung investiert werden. Aber Vorsicht: Nicht jede Mech-Gewichtsklasse kann alle Waffen tragen. Auch die Piloten werden durch das Abfeuern ihrer Waffen besser. Schade aber, dass die Spieler ihre Piloten nicht wie in einem Rollenspiel manuell verbessern können.

Mechwarrior 5 angespielt (5 Bilder)

Die Fans frohlocken, aber Anfänger müssen sich erstmal mit der Steuerung in dem rasanten Actionspektakel zurecht finden.
 
(Bild: heise online)

So schön, das Herz des Spiels auch ist – am Ende laufen die Missionen zumindest für Solo-Spieler immer gleich ab: Auf zum Zielort, möglichst alles platt machen und schnell zurück zum Abholpunkt. Die taktischen Befehle für die computer-gesteuerten Mechs sind arg begrenzt. In unseren Anspielstunden haben wir grob das Ziel für unsere Mitstreiter vorgegeben und uns um den Rest gekümmert. Das funktioniert meist sehr gut. Allerdings ist es ärgerlich, dass in den Missionen nicht gespeichert werden kann. Zusammen mit anderen menschlichen Spielern dürfte sich das Spielerlebnis deutlich ändern. In unseren Anspielstunden konnten wir den Koop-Modus aber noch nicht testen.

Nach der Taktikperle Battletech und dem durchwachsenen MechWarrior Online vom gleichen Studio erleben die Fans in MechWarrior 5: Mercenaries endlich wieder spannende Mech-Gefechte. Das einzigartige Spielgefühl, die gelungene Steuerung und die große Spielwelt laden zu langen, motivierenden Spielrunden ein. Dafür müssen die Spieler aber ein paar Abstriche machen, denn MechWarrior 5 ist kein Blender, der seine Ecken und Kanten hinter einer hübschen Fassade, einer spannenden Story oder aufwändigen Cutscenes versteckt. Alles ist hier etwas nüchterner und auf das Wesentliche reduziert. Wer damit leben kann, kann sich unbesorgt in das Cockpit eines Battlemechs hocken und seine Gegner genüsslich in seine Einzelteile zerlegen.

MechWarrior 5: Mercenaries erscheint am 10. Dezember für Windows exklusiv im Epic Game Store und kostet ca. 50 Euro. USK nicht geprüft. Für unseren Artikel haben wir ein paar Stunden die Windows-Version gespielt. (dahe)