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Meckpomm: Verband kritisiert langsames Tempo beim Breitbandausbau

Viele Firmen in Mecklenburg-Vorpommern warten händeringend auf einen schnellen Internetanschluss. Auch einem Unternehmerverband dauert dies zu lange. Er richtet seinen Appell an die Kommunen.

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Ausbau

Ein Bagger hebt Erdreich für die Verlegung von Breitband-Kabeln aus.

(Bild: dpa, Guido Kirchner)

Der Unternehmerverband Rostock-Mittleres Mecklenburg hat das schleppende Tempo beim Breitbandausbau im Nordosten kritisiert. Nachdem 832 Millionen Euro Bundesmittel alleine für Mecklenburg-Vorpommern bereitstehen, liege der Ball nun bei den Kommunen, sagte die Verbandsgeschäftsführerin Manuela Balan. "Das Geld wird nicht abgerufen. Projekte werden nicht ausgeschrieben oder kommen nicht in Gang."

Möglicherweise fehlten die Kapazitäten oder die Fachkräfte zur Bearbeitung der Vorgänge. Viele Unternehmen vor allem auf dem Land seien existenziell auf schnelle Verbindungen angewiesen, betonte Balan.

Verbandspräsident Frank Haaker hatte jüngst den Breitbandausbau als eine Mega-Aufgabe bezeichnet, bei der die Landkreise und Kommunen eine Hauptrolle spielen müssten. Er verstehe und teile die Ungeduld der Unternehmerschaft. "Im europäischen Vergleich haben wir die Entwicklung verschlafen – aber das gilt für Deutschland insgesamt."

Zu den 832 Millionen Euro Bundesmitteln kommen früheren Angaben zufolge noch einmal rund 500 Millionen Euro vom Land, der Eigenanteil der Kommunen beträgt jeweils zehn Prozent. Diese Summen würden laut Infrastrukturministerium die Haushalte der Kommunen nicht unmittelbar belasten.

Darüber hinaus haben die drei Unternehmerverbände im Nordosten den Wirtschaftsförderern ihre Mithilfe bei der Betreuung von Firmen angeboten, die eine Neuansiedlung anstreben. "Es wird leider häufig versäumt, die Kontakte zur regionalen Wirtschaft herzustellen", sagte Balan. Dabei könnten solche Kontakte von großem Vorteil für alle Beteiligten sein. Es könnten rasch Netzwerke entstehen. "Wir kennen die regionale Wirtschaft am besten; wir wissen, was möglich ist", sagte Balan. Die externen Firmenchefs könnten an die hiesigen Unternehmen Aufträge erteilen. (dpa) / (hag)

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