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Media Broadcast baut Österreichs DVB-H-Netz

Die Media Broadcast GmbH wird das österreichische DVB-H-Netz für TV-Empfang auf Mobiltelefonen errichten und zehn Jahre lang betreiben. Der entsprechende Zuschlag für den "Multiplex D" (MUX-D) wurde heute von der Regulierungsbehörde KommAustria erteilt (Bescheid als PDF-Datei). In zehn Monaten muss die Hälfte der Einwohner Österreichs an ihrem Wohnsitz DVB-H im Freien empfangen können. Dafür sind Investitionen in das Netz von 10 bis 15 Millionen Euro erforderlich. Der unterlegene Bewerber, die Mobile TV Infrastruktur GmbH, hat zwei Wochen Zeit, Rechtsmittel gegen den Bescheid zu ergreifen. Bereits in einem früheren Stadium des Verfahrens ausgeschieden waren der DVB-T-Netzbetreiber ORS sowie die Telekom Austria.

Media Broadcast ist eine Tochter des französischen Runfunknetzbetreibers TDF, der das Unternehmen Anfang des Jahres von T-Systems übernommen hat. Als Partner für die Vermarktung der Programme und die Abwicklung der Verträge mit den Endkunden (so genannte Programmaggregatoren) konnte Media Broadcast die Mobilfunker One und 3 gewinnen. Die Technikzentrale für den MUX-D soll in Usingen in Deutschland errichtet werden. Hinter der Mobile TV Infrastruktur GmbH stehen österreichische Verleger, als möglicher Mobilfunk-Partner war erst vor kurzem die Mobilkom Austria an Bord geholt worden. Es gilt nun als Wahrscheinlich, dass auch Mobilkom und T-Mobile Verträge mit Media Broadcast abschließen werden, um ihren Kunden ebenfalls DVB-H anbieten zu können.

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Nach Einschätzung der Behörde erfüllt Media Broadcast die gesetzlichen Auswahlkriterien besser als die Mobile TV Infrastruktur GmbH, das Unternehmen habe auch das präzisere wirtschaftliche Konzept vorgelegt. Media Broadcast plant, 15 TV-Programme und vier Radioprogramme zu übertragen. Unter den Radioprogrammen befindet sich auch das bisher nur über das UMTS-Netz von One sowie als Webstream empfangbare lounge.fm. Ein symbolischer Start des DVB-H-Netzbetriebs zur Fußball-Europameisterschaft der Herren im Juni könnte sich ausgehen. Zwischenziel könnte etwa eine Versorgung aller österreichischen Spielstätten sein. (Daniel AJ Sokolov) / (Daniel AJ Sokolov) / (anw)

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