Medienwissenschaftler: Radiosender brauchen gutes Informationsangebot

Auf Grund der Konkurrenz durch Internet-Musikportale gewinnen Informationssendungen und Nachrichten für Radiosender wieder stärker an Bedeutung, meint Helmut Volpers von der Fachhochschule Köln.

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  • dpa

Ein gutes Informationsangebot wird nach Ansicht des Kölner Medienwissenschaftlers Helmut Volpers wegen der zunehmenden Bedeutung von Internet-Musikportalen für die Rundfunksender immer wichtiger. "Radiosender, die nur Musik und flotte Sprüche bieten, werden verzichtbar", sagte Volpers am Donnerstag bei der 28. Mediendebatte der Hamburgischen Anstalt für neue Medien (HAM). Es werde öfter zu den Nachrichten hin- als abgeschaltet. "Die Hörer wollen aus dem Radio auch Information und nicht nur ein Hintergrundrauschen." In einem sich verändernden Hörfunkmarkt seien gute Nachrichten ökonomisch sinnvoll.

Auf der HAM-Veranstaltung präsentierte Volpers eine von den Landesmedienanstalten in Auftrag gegebene Untersuchung der Nachrichtenprofile von 20 norddeutschen Radioprogrammen. Der Studie zufolge geben die öffentlich-rechtlichen Programme mit Ausnahme von N-Joy und Bremen Vier bei den Sendezeiten den Nachrichten deutlich mehr Raum als die Privaten. Zudem berichten die öffentlich-rechtlichen Programme demnach ausführlicher und hintergründiger. Wenn der Umfang der Berichterstattung aber an der Anzahl der Themen und Themenaspekte festgemacht wird, liegen laut Studie etliche Privatprogramme noch vor den öffentlich-rechtlichen NDR 1, Radio MV, NDR 2 und N-Joy.

Positiv bewertete Volpers, dass die Musikuntermalung der Nachrichtensendungen abgenommen habe. Gleichzeitig monierte er eine zunehmende "Erosion" der Nachrichtenblöcke, die Abtrennung bestimmter Segmente wie etwa Wetter, Sport oder Wirtschaft durch Moderationen oder Werbung.

Für die Studie wurden vom 31. Januar dieses Jahres bis zum 6. Februar die Nachrichtensendungen von 12 privaten und 8 öffentlich-rechtlichen Programmen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg- Vorpommern, Bremen und Niedersachsen untersucht. (dpa) / (jk)