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Medisana will mit dem Home Care Robot die Silver Society beglücken

Medisana will mit dem Home Care Robot die Silver Society beglücken

(Bild: Medisana)

Auf der IFA im Herbst wird Medisana ein System vorstellen, das alten Menschen zuhause zur Hand gehen soll. Dabei soll der Home Care Robot auch lernen.

Wenn die IFA Anfang September in Berlin losgeht, soll Künstliche Intelligenz Einzug in den Haushalt halten. Doch die meisten Anwendungen, die vorab im Rahmen des IFA Media Briefings in Berlin vorgestellt wurden, zeigten, dass von KI kaum die Rede sein kann. Der Herd lernt, wie lange ein Koch das Steak brät, der intelligente Kühlschrank merkt sich, wann welche Person in der Nacht den Kühlschrank plündert und der Wäschetrockner bekommt von der Waschmaschine mitgeteilt, was er gleich trocknen muss. Eine Ausnahme von diesen recht einfachen Lernsystemen für Nutzerpräferenzen bildete der Home Care Robot von Medisana, ein Gerät für das Ambient Assisted Living (AAL) im Alter.

Wenn das Jahr 2019 zu Ende geht, will die Neusser Firma Medisana den Millionsten Nutzer Ihrer digitalen Messgeräte begrüßen [1], die die Blutzucker- oder Blutdruckwerte auf ein Smartphone schicken. Unter ihnen die ersten Pioniere, die sich einen Home Care Robot ins Haus holen. Denn bereits im vierten Quartal 2019 soll das neue Top-Modell von Medisana für 2999 Euro oder 99 Euro Monatsmiete in den Handel kommen. Technisch ist der Home Care Robot ein rollendes sprachgesteuertes System mit einem großen Touchscreen, das zunächst im Verfolgungsmodus seinem Besitzer oder seiner Besitzerin hinterherfährt und die Navigation in einer Wohnung erlernt.

(Quelle: Medisana)

Daneben funktioniert er als Zentralstation für die Gesundheitskontrolle mit der integrierten App VitaDock, die in Kontakt mit allen Medisana-Messgeräten treten kann und über einzurichtende Skripte an die Einnahme von Medikamenten erinnert und laut vorliest, was zu machen ist. Bemerkt der Roboter einen Sturz, so kann er einen Notruf absetzen, der auch mit einem Sprachbefehl erfolgen kann.

Schließlich beherrscht das System die Videotelefonie für den Kontakt mit den Kindern und Freunden oder für den Aufbau einer nunmehr legalen Fernbehandlungs-Sprechstunde [2] mit dem Hausarzt. Mit 3000 Alexa-Skills soll er ein breites Entertainment-Angebot erschließen, vom Abspielen von Youtube-Videos bis hin zum Vorlesen von Wikipedia-Artikeln, die die "Best Ager" an ihre Jugendzeit erinnern sollen. Eingebaute Lautsprecher sorgen dafür, dass Opa oder Oma Songs ihrer Jugend wie "Let's dance" von den Ramones ordentlich krachend hören können. Wie die autonomen Staubsaugroboter fährt er zu seiner Ladestation, wenn er mit den Kräften am Ende ist.

Mit dem Home Care Robot reagiert Medisana auf die "Silver Society," die bald Deutschland prägen wird. Heute ist jeder fünfte Deutsche über 65 Jahre alt, 2040 wird jede dritte Person in diesem Alter sein und nach Möglichkeit autonom leben wollen. (mho [3])


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http://www.heise.de/-4468483

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ct/artikel/Aktivitaets-und-Fitnesstracker-im-Ueberblick-Vom-Clip-bis-zum-Armband-3485801.html
[2] https://www.heise.de/meldung/Telemedizin-Aerztetag-gibt-Weg-frei-fuer-ausschliessliche-Fernbehandlung-4046451.html
[3] mailto:mho@heise.de