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Medizinstudium per Mausklick

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Medizinstudenten können in Hessen neben der klassischen Vorlesung auch einen "virtuellen Hörsaal" besuchen. Seit diesem Sommersemester bieten die drei Universitäten Gießen, Marburg und Frankfurt kostenlose Internet-Kurse etwa zur Arzneimittelkunde und Hautkrankheiten an. Das Projekt "k-med" soll den Lehrstoff mit Hilfe von Text, Ton und Animation "verständlicher und eingängiger" präsentieren, sagte Wissenschafts-Staatssekretär Joachim-Felix Leonhard heute in Gießen.

Die angehenden Ärzte können online üben, die Herztöne eines "virtuellen Patienten" abzuhören oder eine Lunge zu untersuchen. An Fallbeispielen und Fotos sollen sie lernen, Krankheiten mit ähnlichen Symptomen zu unterscheiden -- etwa Fußpilz und Schuppenflechte. Animationen veranschaulichen den Angriff eines Virus auf eine Zelle oder den Aufbau eines Moleküls. In die Texte sind zudem Testfragen zur Prüfungsvorbereitung eingebaut. Der Lehrstoff im Internet könne ständig auf den neuesten Stand gebracht werden, sagte Projektleiter Professor Andreas Sziegoleit: "Das geht mit keinem gedruckten Lehrwerk."

Die "anonymen Massenveranstaltungen" könnten langfristig durch das elektronische Lernen ersetzt werden, hofft Sziegoleit. Um das medizinische Basiswissen allerdings bei Patienten anwenden zu können, seien weiterhin Seminare mit Dozenten notwendig. Bisher haben etwa 1600 der knapp 7000 Medizinstudenten mit "k-med" gelernt. An der Marburger Universität wurden auch schon Online-Prüfungen geschrieben. (dpa) / (dpa) / (anw)

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