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Mega-Deal im US-Mobilfunk: T-Mobile und Sprint wollen fusionieren

T-Mobile-Geschäft mit großer Werbung "KEEP IT"

(Bild: T-Mobile)

Die beiden US-Mobilfunkriesen T-Mobile und Sprint versuchen es noch einmal und wollen nun endgültig fusionieren. An dem entstehenden Megakonzern soll die Telekom 42 Prozent der Anteile halten.

Die Telekom-Tochter T-Mobile US und ihr US-Rivale Sprint haben sich darauf geeinigt, zu fusionieren. Das teilten die Unternehmen [1] am Sonntag mit und bestätigten damit diesbezügliche Vorberichte der vergangenen Tage [2]. Die Mega-Fusion soll im Rahmen eines Aktientauschs über die Bühne gehen. Dabei werden ungefähr 10 Aktien von T-Mobile so bewertet wie eine Sprint-Aktie. Das durch den Zusammenschluss entstehende Unternehmen soll T-Mobile heißen und würde damit auf 146 Milliarden US-Dollar bewertet. Sein Fokus soll auf einem Aufbau eines 5G-Netzwerks in den USA liegen und damit die nächste Generation im Mobilfunk einführen.

Die Deutsche Telekom soll 42 Prozent an dem neuen Konzern halten, der japanische Riesenkonzern Softbank als Sprint-Haupteigentümer 27 Prozent. Das neue Unternehmen soll außerdem mehr Arbeitnehmer beschäftigen, als zuvor Sprint und T-Mobile zusammengenommen. Noch muss die Fusion aber genehmigt werden. Die Wettbewerbshüter hatten die Fusionspläne schon einmal durchkreuzt. Entscheidende Positionen in der US-Telekom-Aufsicht FCC und dem US-Justizministerium sind unter der Ägide von US-Präsident Donald Trump aber mittlerweile anders besetzt, als zur Zeit der Ablehnung.

Die Nummer drei (T-Mobile) und vier (Sprint) im US-Telefongeschäft haben gemeinsam fast 100 Millionen Kunden und einen kombinierten Jahresumsatz von mehr als 70 Milliarden Dollar. Gemeinsam wollen sie nun zum Angriff auf die Branchenführer Verizon und AT&T blasen. Vor der nun verkündeten Fusion hatten die beiden Konzern schon zweimal versucht [3], ein Zusammengehen zu erreichen. Der Deal soll nun spätestens im ersten Halbjahr 2019 abgeschlossen sein.

Für die Telekom könnte die Fusion einen letztlich doch positiven Schlussstrich unter ein US-Abenteuer voller Missverständnisse ziehen. Denn lange war die 2001 vom damaligen Telekom-Chef Ron Sommer für 40 Milliarden Euro eingekaufte US-Sparte ein Sorgenkind. Neben lückenhafter Netzabdeckung beutelte den kleinen Mobilfunker, dass man das beliebte iPhone von Apple nicht im Angebot hatte – die Kunden liefen in Scharen zur Konkurrenz über. 2011 scheiterte ein Verkaufsversuch an AT&T. Weil T-Mobile zuletzt aber auf der Überholspur unterwegs war, muss Sprint sich jetzt mit der Rolle des Junior-Partners begnügen. (mho [4])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4037541

Links in diesem Artikel:
[1] http://investor.t-mobile.com/file/Index?KeyFile=393237761
[2] https://www.heise.de/meldung/Telekom-Tochter-T-Mobile-vor-Milliarden-Fusion-mit-Sprint-4037360.html
[3] https://www.heise.de/meldung/T-Mobile-US-und-Sprint-naehern-sich-bei-Fusion-Details-3839335.html
[4] mailto:mho@heise.de