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Mega-Deal im US-Mobilfunk: T-Mobile und Sprint wollen fusionieren

Die beiden US-Mobilfunkriesen T-Mobile und Sprint versuchen es noch einmal und wollen nun endgültig fusionieren. An dem entstehenden Megakonzern soll die Telekom 42 Prozent der Anteile halten.

T-Mobile-Geschäft mit großer Werbung "KEEP IT"

(Bild: T-Mobile)

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Die Telekom-Tochter T-Mobile US und ihr US-Rivale Sprint haben sich darauf geeinigt, zu fusionieren. Das teilten die Unternehmen am Sonntag mit und bestätigten damit diesbezügliche Vorberichte der vergangenen Tage. Die Mega-Fusion soll im Rahmen eines Aktientauschs über die Bühne gehen. Dabei werden ungefähr 10 Aktien von T-Mobile so bewertet wie eine Sprint-Aktie. Das durch den Zusammenschluss entstehende Unternehmen soll T-Mobile heißen und würde damit auf 146 Milliarden US-Dollar bewertet. Sein Fokus soll auf einem Aufbau eines 5G-Netzwerks in den USA liegen und damit die nächste Generation im Mobilfunk einführen.

Die Deutsche Telekom soll 42 Prozent an dem neuen Konzern halten, der japanische Riesenkonzern Softbank als Sprint-Haupteigentümer 27 Prozent. Das neue Unternehmen soll außerdem mehr Arbeitnehmer beschäftigen, als zuvor Sprint und T-Mobile zusammengenommen. Noch muss die Fusion aber genehmigt werden. Die Wettbewerbshüter hatten die Fusionspläne schon einmal durchkreuzt. Entscheidende Positionen in der US-Telekom-Aufsicht FCC und dem US-Justizministerium sind unter der Ägide von US-Präsident Donald Trump aber mittlerweile anders besetzt, als zur Zeit der Ablehnung.

Die Nummer drei (T-Mobile) und vier (Sprint) im US-Telefongeschäft haben gemeinsam fast 100 Millionen Kunden und einen kombinierten Jahresumsatz von mehr als 70 Milliarden Dollar. Gemeinsam wollen sie nun zum Angriff auf die Branchenführer Verizon und AT&T blasen. Vor der nun verkündeten Fusion hatten die beiden Konzern schon zweimal versucht, ein Zusammengehen zu erreichen. Der Deal soll nun spätestens im ersten Halbjahr 2019 abgeschlossen sein.

Für die Telekom könnte die Fusion einen letztlich doch positiven Schlussstrich unter ein US-Abenteuer voller Missverständnisse ziehen. Denn lange war die 2001 vom damaligen Telekom-Chef Ron Sommer für 40 Milliarden Euro eingekaufte US-Sparte ein Sorgenkind. Neben lückenhafter Netzabdeckung beutelte den kleinen Mobilfunker, dass man das beliebte iPhone von Apple nicht im Angebot hatte – die Kunden liefen in Scharen zur Konkurrenz über. 2011 scheiterte ein Verkaufsversuch an AT&T. Weil T-Mobile zuletzt aber auf der Überholspur unterwegs war, muss Sprint sich jetzt mit der Rolle des Junior-Partners begnügen. (mho)

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