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MegaChat: Kim Dotcom startet Skype-Konkurrenten

Kim Dotcom hat mit MegaChat einen verschlüsselten Videoanruf- und Datentransfer-Dienst gestartet, der direkt aus einem Browser abrufbar ist. Der Client kann kostenlos genutzt werden und arbeitet Hand-in-Hand mit dem hauseigenen Downloadportal Mega.

Kim Dotcom

(Bild: dpa, Max Gilbert)

Der Internetunternehmer Kim Dotcom hat seinen verschlüsselten und in der Grundvariante kostenlosen Videoanruf- und Datentransfer-Dienst MegaChat gestartet, welcher im hauseigenen Downloadportal Mega verankert ist. Die Nutzung ist ohne Installation direkt aus einem Browser möglich – für Chrome und Firefox sind zudem bereits Erweiterungen verfügbar. Wie Dotcom über Twitter mitteilte, soll der Funktionsumfang Schritt-für-Schritt ausgebaut werden. Als nächstes stellt er den Textchat und Videokonferenzen in Aussicht. Aktuell befindet sich der Client noch im Betastadium.

Die Kostenstruktur von MegaChat ist mit der des Dateiaustauschdienstes Mega identisch und fächert sich in vier Stufen auf. Dabei ist die die Variante mit 50 Gigabyte Speicherplatz und begrenztem Datentransfer kostenlos. Die höchste Stufe kommt indes mit vier Terabyte Speicher und acht Terabyte Datentransfervolumen daher und kostet 30 Euro im Monat. Wer die jährliche Zahlungsweise nutzt, spart rund 17 Prozent.

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In einem ersten kurzen Test von heise online klappte die Dateiübertragung problemlos. Dabei verfügt jeder Nutzer über einen Masterschlüssel, der wiederum mit dem Passwort für den Dienst verschlüsselt ist. Wird das Passwort vergessen, ist der Masterschlüssel wertlos und der Zugriff auf die Daten nicht mehr gegeben. Über den Masterschlüssel kann wiederum das Passwort zurückgesetzt und ein Datenverlust vermieden werden. Bei Bedarf kann innerhalb des Exportlinks der zum Herunterladen benötige Schlüssel gleich mitübertragen werden.

MegaChat versichert, dass der Datentransfer ausschließlich verschlüsselt stattfindet und der Schlüssel alleinig beim Nutzer und nicht beim Provider liegt. Beim eigentlichen Download vom Dateiaustauschdienst Mega soll wiederum eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zum Einsatz kommen. Ob das wirklich der Fall ist, lässt sich nur schwer überprüfen

Kim Dotcom kündigte MegaChat bereits im Dezember vergangenen Jahres an. Im Zuge dessen versprach er vor dem Hintergrund der Kooperation der NSA mit Microsoft eine sichere Alternative für Skype anzubieten. In der Vergangenheit machte die Verschlüsselung von Mega allerdings nicht den besten Eindruck: Kurz nach der Einführung des Dateiaustauschdienstes fanden Kryptoforscher erste Schwachstellen. (des)

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