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Mehr Details zu Intels nächster Desktop-PC-Chipsatz-Generation

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Intels Chipsatz-Vertriebsleiter Steve Peterson erläuterte heute auf der CeBIT einige weitere Details der Chipsatz-Familie Broadwater, die die kommenden Prozessoren mit Core-Mikroarchitektur über deren FSB1066-Frontsidebus mit zwei PC2-6400-Speicherkanälen (DDR2-800) verbinden sollen.

Laut Peterson wird es eine klarere Trennung als bisher zwischen Chipsätzen für professionelle Bürocomputer (Digital Office, Q965 und Q963 mit integriertem Grafikprozessor in Verbindung mit den DO-Versionen der Southbridge ICH8) und Chipsatz-Varianten für (Viiv-)Heimrechner geben (Digital Home, P965 und G965 – letzterer mit integriertem Grafikprozessor – in Verbindung mit den DH-Versionen der Southbridge ICH8 und 946G als 945G-Nachfolger noch mit ICH7).

Gemeinsamkeiten aller 96x-Varianten sind der zweite integrierte USB-EHCI-Controller für mehr USB-2.0-HiSpeed-Datentransferleistung, der fehlende IDE-Kanal, sechs SATA-AHCI-Ports, HD Audio und ein integrierter GBit-LAN-MAC. Die Digital-Office-Ausführungen brigen dabei zusätzliche Funktionen für Intels Virtualisierungskonzept mit, bei dem eine virtuelle Maschine zur PC-Administration genutzt werden kann. Eine dieser Funktionen heißt Cicuit Breaker: Erkennt die virtuelle Kontrollmaschine beispielsweise einen Virenbefall, klemmt sie den virtuellen LAN-Port zum eigentlichen Nutz-Betriebssystem ab. Weil das phyische LAN noch läuft, kann der Administrator aus der Ferne danach weiter auf das System zugreifen; solche Spezialitäten laufen bei Intel bekanntlich unter IAMT.

Die Digital-Home-Ausführungen P965 und Q965 verzichten auf IAMT, dafür sind hier etwa die Quick-Resume-Technik für den Away-Mode von Windows XP Media Center Edition 2005 Rollup 2 (und wohl Vista MCE) vorhanden. Je nach Mainboard soll VT aber auch auf den DH-Plattformen funktionieren.

Peterson erläuterte auch einige Details der nächsten Evolutionsstufe der integrierten Grafikprozessoren, die Bestandteil der Viiv-Strategie sind – schließlich müssen ultrakompakte Wohnzimmer-Rechner notgedrungen auf leistungsstarke Grafikkarten verzichten. Der nächste Grafikkern soll dank DirectX 9, Hardware-T&L, Unified Shaders, Pixel Shader 3.0 und Vertex Shader 3.0 die Premium-Logo-Anforderungen für Windows Vista problemlos erfüllen. Dank Hardware-Beschleunigung für MPEG-2- und Microsoft-VC1-Decoding (aber nicht H.264) kann er den Prozessor bei diesen Aufgaben entlasten. HDMI- und UDI-Ports sollen sich über eine ADD-Karte im PEG-Slot realisieren lassen. Und mit deutlich verbesserter Unterstützung für analoge (50-Hz-)Fernsehgeräte will Intel die Bildqualität beim Wohnzimmer-Einsatz optimieren.

Zumindest einige der neuen Chipsatz-Versionen sollen mehr als 4 GByte Speicher ansteuern können, aber es wird auch immer noch Versionen geben, denen diese Eigenschaft fehlt. Als Partner des kommenden Extreme-Edition-Prozessors mit Conroe-Kern ist ohnehin der bereits verfügbare 975X vorgesehen, der 8 GByte RAM ebenso unterstützt wie den ECC-Fehlerschutz. Zumindest die Chipsätze mit integriertem Grafikprozessor werden ECC jedoch nicht unterstützen, unter anderem weil diese Funktion bremsenden Einfluss hätte. Microsoft hatte kürzlich den Einsatz von ECC-Speicher als Maßnahme zur Steigerung der Zuverlässigkeit von Vista-PCs empfohlen, was Steve Peterson aber für typische Bürorechner für übertrieben erachtet.

Intel hat angeblich auch eine trickreiche Lüftersteuerung im ICH8 eingebaut, die für leisen PC-Betrieb sorgen soll. Sie kooperiert mit einer neuartigen Messtechnik für die exakte Prozessortemperatur (PECI) und soll möglichst geringe Ventilatordrehzahlen unter gleichzeitiger Vermeidung von hektischen Drehzahländerungen bringen.

In einer abschließenden Bemerkung ging Peterson auch auf die aufgetretenen Chipsatz-Lieferengpässe ein und betonte, dass die Broadwater-Chipsätze auf 300-mm-Wafern gefertigt werden sollen, um hohe Stückzahlen zu sichern. (ciw)