Mehr Intelligenz fürs Stromnetz

Forscher an der Zürcher ETH haben einen neuen Stromspar-Chip entwickelt, der intelligent mit anderen Komponenten im Haus kommunizieren kann.

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Von
  • Ben Schwan

An der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich hat sich in der vergangenen Woche die "digitalSTROM.org"-Allianz gegründet, die einen weltweiten Standard für "elektrische Intelligenz" entwickeln will. Damit gemeint sind Geräte, die ein eigenes, vernetztes Energiemanagement mitbringen und dadurch deutlich stromsparender arbeiten.

Der Standard basiert auf einem neuartigen Verfahren, das für eine digitale Informationsübertragung über die existierende Stromleitung entwickelt wurde. Der Ansatz ähnelt der bekannten Internet-über-Strom-Technologie Powerline, besitzt aber nicht deren Nachteile, emittiert also auch keine EM-Strahlung.

Kernstück von digitalSTROM ist der so genannte dSID-Chip. Er integriert Prozessor, Speicher, Netzteil und Kommunikationsmodul. Über die Stromleitung, die als Bussystem fungiert, kann der Chip die Stand-by-Funktion aller angeschlossenen Elektrogeräte übernehmen, Lampen dimmen, einzelne Verbraucher gezielt ein- und ausschalten und vieles mehr.

Einer der ersten Teilnehmer von digitalSTROM ist der deutsche Stromanbieter Yello. Er setzt die Technologie bereits im Probebetrieb in 100 Haushalten ein – sie steckt im Stromzähler. Dieser liefert dem Kunden einen detaillierten Überblick über den Verbrauch jedes einzelnen Geräts im Haushalt. Auch der Energieversorger profitiert: Er kann sein Lastmanagement optimieren. Laut ETH-Professor Ludger Hovestadt, der das digitalSTROM-Projekt maßgeblich betreut, lassen sich die Vorteile des dSID-Chips auch nutzen, ohne neue Kabel zu verlegen oder gänzlich neue Geräte anzuschaffen. Es reicht eine Installation im Verteilerkasten.

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(bsc)