Menü

Mehr Kontrolle: Twitter-Nutzer können Tweets ausblenden

Mit einer neuen Funktion können Nutzer bei Twitter testweise Tweets ausblenden und Beleidigungen entfernen. Die Plattform erhofft sich bessere Diskussionen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 4 Beiträge

Spam-Antworten auf Tweets lassen sich einfach ausblenden – zumindest in den USA, in Kanada und Japan.

(Bild: Twitter)

Von

Twitter ist ein raues Pflaster, unzählige Tweets sind beleidigend, voller Spam-Links oder einfach nur doof. Deshalb will die Kurznachrichten-Plattform den Nutzern mehr Kontrolle über Konversationen zubilligen: In einem Test, der in Kanada begann und nun auf Japan und die USA ausgeweitet wird, können die Nutzer bestimmte Tweets ausblenden. Twitter ergreift damit eine weitere Maßnahme, um die Verbreitung von Hassrede und Beleidigungen einzudämmen.

Bislang konnten Twitter-Nutzer ausschließlich ihre "persönliche Erfahrung" anpassen und andere Nutzer oder Schlüsselworte stumm schalten oder blockieren, um Inhalte auszufiltern. Für andere sind die Tweets aber weiterhin zu lesen – ein Umstand, der schon so manche Debatte auf Twitter entgleisen ließ. Die Besonderheit an der neuen Funktion: Die "ausgeblendeten Tweets" sind für alle Anwender zunächst unsichtbar. Ein Icon informiert, wenn ein Tweet ausgeblendete Antworten enthält.

Die Person, die den Original-Tweet veröffentlichte, kann entscheiden, welche Antworten bleiben dürfen und welche ausgeblendet werden sollen. Per Rechtsklick ist eine neue Option im Menü verfügbar, mit der die Moderation durchgeführt wird. Problematisch hieran ist jedoch, dass sich auch gegensätzliche Meinungen oder angebrachte Korrekturen in Online-Debatten verbergen lassen. Gelöscht werden die ausgeblendeten Tweets aber nicht: Sie sind auf Wunsch für jeden Nutzer weiterhin offen einsehbar. Eine Zensur findet also nicht statt.

In Kanada konnte Twitter bereits positive Resultate messen: Nutzer "verstecken" vor allem Tweets, die irrelevant oder missbräuchlich sind. Diejenigen, die die neue Moderationsfunktion verwendet haben, empfanden sie als sinnvolle Kontrollmöglichkeit. Betroffene, deren Tweets ausgeblendet wurden, reflektierten ihr Verhalten: 27 Prozent von ihnen gaben an, dass sie in Zukunft "noch einmal darüber nachdenken würden, wie sie mit anderen interagieren", schreibt Twitter in einem Blog-Eintrag.

Die neue Funktion habe insgesamt zu "positiven und ermutigenden Ergebnissen" geführt und die Diskussionen verbessert. Twitter sei nun gespannt, wie sich diese Trends in den USA und Japan fortsetzen. Ob es die Funktion irgendwann auch nach Europa schafft, ist derzeit unklar. Klar ist aber, dass dringender Handlungsbedarf besteht: Missbrauch, Beleidigungen und Fake-News machen Twitter zu schaffen – das weiß auch Mitgründer und CEO Jack Dorsey. Es gebe einiges zu tun, räumte dieser bei einer Diskussion im April ein.





(dbe)