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Mehr Menschen lassen Fingerabdruck im Personalausweis speichern

Die Zahl der Bürger, die freiwillig ihren Fingerabdruck im Personalausweis speichern lassen, steigt. Die Mehrheit entscheidet sich aber dagegen.

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Mehr Menschen lassen Fingerabdruck im Personalausweis speichern

(Bild: HQuality/Shutterstock.com)

Immer mehr Menschen lassen freiwillig ihren Fingerabdruck auf einem Chip im Personalausweis speichern. Mehr als die Hälfte derer, die einen neuen Ausweis beantragen, entscheidet sich aber immer noch dagegen. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Frage des FDP-Bundestagsabgeordneten Konstantin Kuhle hervor, die heise online vorliegt.

Seit November 2011 gibt es in Deutschland den Personalausweis mit Chipkartenfunktion. Damit kann man zum Beispiel sich gegenüber Ämtern ausweisen und Behördengänge im Internet erledigen. Die Speicherung des Fingerabdrucks ist seither freiwillig. Nach Beschlüssen auf EU-Ebene soll sie aber für neue Ausweise ab dem Frühjahr 2021 Pflicht werden.

So wurden 2013 von 6,11 Millionen neu produzierten Personalausweisen nur rund 1,95 Millionen mit Fingerabdrücken ausgestellt (31,86 Prozent). 2018 waren es schon rund 2,83 Millionen von 7,6 Millionen neu ausgestellten Ausweisen – also 37,22 Prozent. Daten dazu sind erst seit 2013 erhältlich.

"Offenbar hält eine Mehrheit der Deutschen die angebotene Lösung nicht für nützlich oder hat Sicherheitsbedenken", erklärte Kuhle, der auch innenpolitischer Sprecher der FDP im Bundestag ist. Er kritisierte auch die geplante verpflichtende Einführung in der EU. "Die Entscheidung der Bundesregierung, dies auf europäischer Ebene zu übergehen und den Kompromiss zur verpflichtenden Speicherung von Fingerabdrücken mitzutragen, ist falsch", sagte Kuhle. Biometrische Fotos als Identifikationsmerkmal reichten aus. (axk)