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Mehr als 50.000 US-Dollar für Kartoffelsalat auf Kickstarter

Auf der Crowdfunding-Plattform häuft sich Kritik an den gelockerten Projekt-Regeln: Ein offenbar ironisch gemeintes Kickstarter-Projekt erreichte innerhalb von sechs Tagen 50.000 US-Dollar: Der Initiator bietet nichts weiter als eine Portion Salat.

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Auf Kickstarter tauchte am 3. Juli ein neues Projekt auf, das innerhalb von sechs Tagen die Grenze von 50.000 US-Dollar sprengte. Der Erfolg des Projekts auf der Crowdfunding-Plattform ist schwer zu erklären, denn der US-amerikanische Programmierer mit dem illustren Künstlernamen Zack Danger Brown bietet nichts anderes an als Kartoffelsalat.

Zack Danger Browns kulinarisch eher schlichtes Kickstarter-Angebot hat inzwischen bereits etliche Nachahmer gefunden.

Ursprünglich wollte er lediglich 10 US-Dollar einnehmen. Nachdem er sein Ziel schneller erreicht hatte als erwartet, versprach er, zwei verschiedene Rezepte auszuprobieren, wenn das Projekt die Marke von 100 US-Dollar überschreiten würde. Innerhalb eines Tages hatte er das Geld beisammen. Anschließend versprach er, ab 1.200 US-Dollar Einnahmen ein Danke-Video drehen zu lassen. Nach zwei Tagen wurde auch die 3.000-US-Dollar-Grenze überschritten. Nun will er im US-Bundesstaat Ohio eine Kartoffelsalat-Party veranstalten.

Für Spenden unterschiedlicher Höhe verteilt Brown verschiedene "Rewards" als Dankeschön. Für einen Betrag in Höhe von einem US-Dollar erhält der Spender nicht mehr als einen "Thank you"-Post auf Browns Website. Gegen eine Spende in Höhe von 50 US-Dollar erhält man das "Potato salads of the world"-Paket. Es umfasst ein Buch mit Kartoffelsalatrezepten aus verschiedenen Ländern inklusive einer Widmung an alle Spender. Ein Foto zeigt den Initiator dabei, wie er den Kartoffelsalat zubereitet.

Brown hatte nie erwartet, so viel Geld einzunehmen und ist der Meinung, dass er mit Kartoffelsalat die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Der Gründer mochte schon immer Kartoffelsalat, hatte ihn aber nie selbst zubereitet. So kam ihm die Idee für das Projekt.

Kurz nachdem Kickstarter die Regeln für Projekte und deren Überprüfung gelockert hatte, stellte Brown sein Projekt online. Bereits früher gab es Kritik an der Regeländerung; nun wird das Online-Portal von Projekten dieser Art überflutet.

An der Kampagne beteiligen sich derzeit knapp 4.500 Personen. Viele von ihnen dürften das Projekt unterstützen, weil es mit seinem satirischen Charakter zu diesem Zeitpunkt einzigartig war. Das Crowdfunding-Portal steht eigentlich nicht für humorvolle Projekte dieser Art. Besonders verbreitet ist die Finanzierungsmethode vielmehr unter StartUp-Unternehmen wie Pebble, das innerhalb von einem Monat durch knapp 70.000 Unterstützer etwas mehr als 10 Millionen US-Dollar für die Entwicklung einer Smartwatch einnahm. (Frederic Koch) / (dwi)

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