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Mehr regionales Wachstum dank Breitband-Internet

Wenn in Städten und Gemeinden Breitband-Internet angeboten wird, profitiert die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt. Sogar benachbarte Landkreise können profitieren

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(Bild: ThomBal / Shutterstock.com)

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Die Einführung von Breitband-Internetangeboten hat messbare Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Eine aktuelle Analyse des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW) kommt zum Schluss: Steigt die Verfügbarkeit des Breitband-Internets um einen Prozentpunkt an, steigt das regionale Wirtschaftsleistung um 0,04 bis 0,09 Prozent.

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Die Autoren der Studie haben für die Untersuchung die Wirtschaftsdaten von den 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland ausgewertet und unter anderem mit dem Breitbandatlas des Bundes abgeglichen. Die statistische Analyse ergab, dass insbesondere Städte profitieren, wenn hochqualitative Internetanschlüsse mit Bandbreiten ab 50 Megabit pro Sekunde verfügbar sind.

Bei der Untersuchung wurden die Wirtschaftsdaten zwischen 2010 und 2015 ausgewertet – also die Zeitspanne, in der hohe Bandbreiten via VDSL und DOCSIS für Millionen Haushalte verfügbar wurden. Insbesondere Saarlouis und Ingolstadt konnten in der Untersuchung von den neuen Geschwindigkeiten profitieren. Hier erhöhte sich die Breitbandverfügbarkeit für 50 Mbit pro Sekunde um 66 beziehungsweise 89 Prozentpunkte. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich das regionale Bruttoinlandsprodukt in Saarlouis um 29 Prozent, in Ingolstadt um 47 Prozent.

Um den Anteil der Breitband-Entwicklung am Wirtschaftswachstum herauszufiltern, haben die Autoren eine umfangreiche statistische Analyse vorgenommen. Darin stellten sie auch fest, dass die Einführung neuer Breitbandverbindungen nicht nur in den Landkreisen selbst Auswirkungen hat, sondern auch in der unmittelbaren Nachbarschaft. Der Grund dafür kann zum Beispiel in lokalen Arbeitsmarkt-Effekten liegen, wenn etwa Arbeitnehmer bei einer auf gute Verbindungen angewiesenen Firma arbeiten, selbst aber im Umland wohnen, wo die Internetverbindungen nicht die gleiche Geschwindigkeit erreichen wie am Arbeitsplatz. Durch den Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte erhöht sich die Kaufkraft und damit auch die Wirtschaftsleistung.

Die Vorteile der Wirtschaft überwiegen dabei die Kosten für Förderprogramme, schließen die Autoren. "Die Förderprogramme der Bundesregierung haben zwar nicht ausgereicht, um alle Haushalte mit einem Zugang zu schnellem Breitband-Internet zu versorgen", erklärt Dr. Wolfgang Briglauer, Ko-Autor der Studie. "Sie sind jedoch wirtschaftlich effizient, das heißt ihr wirtschaftlicher Gesamtnutzen liegt über den Kosten ihrer Bereitstellung“, betont Briglauer. (jk)