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Mehr verkaufte Macs lassen Apples Gewinn weiter steigen

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Der Mac erfreut sich wieder steigender Beliebtheit und verhilft Apple zu einem erneut profitablen Quartal. Das Unternehmen gab am heutigen Mittwochabend nach Börsenschluss die Ertragszahlen für das am 31. März abgeschlossene zweite Quartal des Geschäftsjahrs bekannt. Apple konnte den Umsatz im Vergleich zum gleichen Abschnitt des Vorjahres um 21 Prozent von 4,36 auf 5,26 Milliarden US-Dollar steigern. Der Nettogewinn wuchs im gleichen Zeitraum um 88 Prozent von 410 Millionen US-Dollar oder 0,47 US-Dollar pro Aktie auf 770 Millionen US-Dollar oder 0,87 US-Dollar pro Aktie. Die Bruttogewinnspanne lag bei 35,1 Prozent, verglichen im 29,8 Prozent im Vorjahresquartal.

Während sich der iPod gewohnt gut verkaufte, trug vor allem auch das Computergeschäft wieder maßgeblich zum Umsatz bei. Mit insgesamt 1,517 Millionen verkauften Macs konnte Apple den Absatz der Computersparte um 36 Prozent steigern. "Der Mac gewinnt ganz klar Marktanteile", kommentierte Apple-CEO Steve Jobs das Ergebnis. Der Absatz wächst nach Unternehmensangaben dreimal so stark wie der Industrieschnitt. Nach den jüngsten Erhebungen von Gartner konnte Apple auf dem US-Markt um 1 Prozentpunkt zulegen und hat jetzt 5 Prozent Marktanteil. Besonders beliebt bei Kunden sind die Notebooks. Apple verkaufte im vergangenen Quartal 891.000 Rechner der Macbook-Familie, verglichen mit 498.000 Notebooks im Vorjahreszeitraum. Der Desktopabsatz verbesserte sich leicht von 614.000 auf 626.000 Stück.

Von Januar bis März gingen 10,54 Millionen iPods über die Ladentheke, das ist eine Steigerung von 24 Prozent verglichen mit 8,53 Millionen Playern im Vorjahresabschnitt. Beim Umsatz machte der beliebte Player dagegen einen kleinen Schritt zurück von 1,71 auf 1,66 Milliarden US-Dollar. Das Musikgeschäft mit iTunes wuchs von 485 Millionen US-Dollar um 35 Prozent auf 653 Millionen US-Dollar. iTunes hat nach Zahlen von Nielsen einen US-Marktanteil von 85 Prozent.

Das Unternehmen erwartet für das laufende Quartal einen Umsatz von etwa 5,1 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 0,66 US-Dollar pro Aktie bei einer Bruttohandelsspanne von rund 32 Prozent. Die Apple-Aktie zog nach der Veröffentlichung der Zahlen um 10 Prozent im nachbörslichen Handel an. Angesichts des positiven Ergebnisses hat Apple offenbar auch die jüngsten Rückschläge verkraftet. So wurde Apple TV mit Verspätung ausgeliefert, und auch die nächste Generation des Mac OS musste zu Gunsten der iPhone-Entwicklung verschoben werden. Doch ist Apple zuversichtlich, mit Apple TV, dem iPhone und "weiteren fantastischen Produkten" gut aufgestellt zu sein. Ob Apple TV den gewünschten Erfolg haben wird, lässt sich noch nicht sagen – der Hersteller nannte bisher noch keine Verkaufszahlen für die Fernseh-Kiste. Die Hoffnungen ruhen nun vor allem auf dem iPhone, dass ab Ende Juni verkauft werden soll.

Doch wurde die Freude über das gute Finanzergebnis von neuen Vorwürfen gegen den Apple-Chef getrübt. Nachdem sich der ehemalige Finanzchef des Unternehmens, Fred Anderson, in einer Untersuchung des Aktienoptionsprogramms mit der Börsenaufsicht verglichen hatte, veröffentlichten seine Anwälte eine Mitteilung, die Steve Jobs wieder mit den Vorgängen in Verbindung bringt. Das veranlasste den Aufsichtsrat am heutigen Abend, noch vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen eine Solidaritätsbekundung mit dem Vorstandschef zu veröffentlichen. "Wir werden mit Fred Anderson oder seinem Anwalt keine öffentliche Debatte führen", teilten die Aufsichtsratsmitglieder, darunter Google-Chef Eric Schmidt und der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore, mit. Es gäbe keinen Anlass, an den bisherigen Ermittlungsergebnissen zu zweifeln. "Wir haben vollständiges Vertrauen in die Ergebnisse der unabhängigen Untersuchung bei Apple und Steve Jobs Integrität sowie seine Befähigung, das Unternehmen zu führen".

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Apple in US-Dollar
(Das Geschäftsjahr beginnt jeweils zum Oktober.)

Quartal Umsatz Nettogewinn/
-verlust
1/00 2.340 Mio. 183 Mio.
2/00 1.940 Mio. 233 Mio.
3/00 1.820 Mio. 203 Mio.
4/00 1.870 Mio. 170 Mio.
1/01 1.000 Mio. -195 Mio.
2/01 1.430 Mio. 40 Mio.
3/01 1.480 Mio. 61 Mio.
4/01 1.450 Mio. 66 Mio.
1/02 1.380 Mio. 38 Mio.
2/02 1.500 Mio. 40 Mio.
3/02 1.430 Mio. 32 Mio.
4/02 1.440 Mio. -45 Mio.
1/03 1.470 Mio. -8 Mio.
2/03 1.475 Mio. 14 Mio.
3/03 1.545 Mio. 19 Mio.
4/03 1.715 Mio. 44 Mio.
1/04 2.006 Mio. 63 Mio.
2/04 1.909 Mio. 46 Mio.
3/04 2.014 Mio. 61 Mio.
4/04 2.350 Mio. 106 Mio.
1/05 3.490 Mio. 295 Mio.
2/05 3.240 Mio. 290 Mio.
3/05 3.520 Mio. 320 Mio.
4/05 3.680 Mio. 430 Mio.
1/06 5.749 Mio. 565 Mio.
2/06 4.360 Mio. 410 Mio.
3/06 4.370 Mio. 472 Mio.
4/06 4.837 Mio. 546 Mio.
1/07 7.115 Mio. 1.004 Mio.
2/07 5.264 Mio. 770 Mio.