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Mehrheit der US-Bürger unterstützt Internet-Kontrolle der Regierung

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Zwei Drittel der US-Amerikaner sind der Meinung, ihre Regierung dürfe bestimmte Inhalte auf Webseiten sperren, wenn damit dem Kampf gegen den Terrorismus geholfen wird. Dies ergibt eine Umfrage des US-amerikanischen Meinungsforschungsinstitutes Pew Internet zum Thema One year later: September 11 and the Internet. Dafür wurden vom 26. Juni bis zum 26. Juli dieses Jahres 2501 erwachsene US-Amerikaner telefonisch befragt.

Ein Zehntel der Befragten antwortete, ihr Leben hätte sich nach dem 11. September grundlegend geändert. Diese sind verstärkt dafür, dass Terroristen Informationen über die Infrastruktur oder etwa über Chemiefabriken, Atomkraftwerke oder andere sensible Einrichtungen vorenthalten werden.

So entgegenkommend die US-Bürger in der Frage der Informationspolitik über das Web sind, eher skeptisch sind sie gegenüber den Bestrebungen verstärkter Überwachungen. Allerdings sind die US-Amerikaner zwiegespalten: 47 Prozent sind nicht damit einverstanden, wenn die US-Regierung private E-Mails liest oder das Surf-Verhalten ihrer Bürger kontrolliert, 45 Prozent dafür.

"Sie sind zwar bereit, den eigenen Zugang zu wichtigen Informationen im Netz aufzugeben, wenn die Regierung behauptet, das Recht der Öffentlichkeit auf Wissen stehe in Konflikt mit dem Ziel des Kampfes gegen den Terrorismus," resümiert Lee Rainie, Direktor des Umfrage-Instituts, "gleichwohl sind viele Amerikaner vorsichtig, wenn es um Anti-Terror-Maßnahmen geht, die auf eine Regierungsüberwachung privater Online-Tätigkeiten der Bürger hinauslaufen."

Kein Wunder, denn die Studie zeigt, dass seit dem 11. September 2001 die Nutzung von E-Mail-Diensten zugenommen hat, auch bei der privaten Kommunikation. 19 Millionen US-Bürger haben nach den Attentaten per E-Mail Kontakt mit Verwandten und Freunden aufgenommen; 83 Prozent von ihnen haben diese Kontakte im Laufe der vergangenen zwölf Monate aufrechterhalten.

Das Internet wurde aber nicht nur vermehrt für kommunikative Zwecke benutzt. Die befragten US-Amerikaner nutzten in Folge der Attentate stärker Nachrichtenangebote und Regierungswebsites, suchten nach Gesundheitsinformationen und spendeten per Web. Zudem stellten die Forscher einen verstärkten Trend zum "Do-it-yourself-Journalismus" fest. (ans)