Menü

Memristoren für den Gehirn-Prozessor

Als erste Firma verkauft Knowm jetzt Memristoren - aber vor allem an Forscher, die neuartige Rechentechniken wie "Anti-Hebbian and Hebbian" mit Bauelementen umsetzen wollen, die ähnlich wie Neuronen funktionieren.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 21 Beiträge
Knowm Memristor-Chip

Knowm-Chip mit acht Memristoren

(Bild: Knowm)

Während der IT-Riese HP seine ehrgeizigen Pläne zu Memristoren auf die lange Bank geschoben hat, legt das US-Startup Knowm los: Im Online-Shop von Knowm kann man dort für 220 US-Dollar einen Chip mit acht Memristoren kaufen. Das Bauelement ist nicht für die Serienfertigung gedacht, sondern für Forscher und Entwickler, die Algorithmen etwa zum Maschinenlernen implementieren wollen.

Der Chief Technology Officer Tim Molter von Knowm hat dazu das Konzept "Anti-Hebbian and Hebbian" (AHaH) entwickelt, angelehnt an die hebbsche Lernregel. Es soll sich mit Memristoren besonders elegant und effizient umsetzen lassen: Bei diesen Bauelementen ändert sich der Widerstand je nach ihrer Vorgeschichte, also dem vorangegangenen Stromfluss. In diesem Sinne funktionieren sie ähnlich wie Neuronen beziehungsweise Synapsen. Knowm-Grüner Axel Nugent war unter anderem am DARPA-Forschungsprojekt SyNAPSE beteiligt.

Knowm will Chip-Entwicklern die Fertigung von Memristoren als Dienstleistung verkaufen. Dabei kommt eine Memristor-Technik zum Einsatz, die Kris Campbell von der Uni Boise federführend entwickelt hat. Das Verfahren unterscheidet sich vom HP-Ansatz, findet aber, wie EE Times meldet, Beifall vom "Memristor-Papst" Leon Chua.

Alex Nugent von Knowm erklärt AHaH Computing

In den letzten Monaten melden zahlreiche Unternehmen Fortschritte auf Gebieten wie Brain Computing – auch der Gehirn-Simulation –, neuronale Netze, AI/KI und Deep Learning beziehungsweise Machine Learning. Der Handelsriese Amazon setzt solche Verfahren für sein Empfehlungssystem ein, Google zur Bilderkennung. Knowm hat die Scalable and Extensible Neural Sense Making Engine (SENSE)
entwickelt, die etwa auffällige Veränderungen in der Ethernet-Kommunikation detektieren soll, die auf Angriffe hindeuten.

Auch mehrere andere Forschungsgruppen arbeiten an Memristoren und anderen neuartigen Schaltungen, um solche Algorithmen zu beschleunigen. (ciw)

Anzeige
Anzeige