Menü

"Men in Black 3": Großes Kino mit sechs Projektoren

vorlesen Drucken Kommentare lesen 300 Beiträge

Will Smith gab sich beeindruckt: Fast 7000 Gäste waren am Montagabend zur Deutschlandpremiere der Science-Fiction-Komödie "Men in Black 3" nach Berlin gekommen. So viele Zuschauer hat es bei einer Filmpremiere in Deutschland noch nie gegeben. Smith hielt das für einen "Weltrekord", obwohl sich die Veranstalter da am Anfang nicht ganz sicher waren. Normalerweise kommen ein paar hundert Leute zu solchen Events in einem Kino. Eine Riesenhalle, in der sonst Eisbären, Albatrosse oder Lang Lang spielen, ist da ein anderes Kaliber.

Eigens für diese Premiere hatte Sony die O2-World in Berlin mit einigem Aufwand in ein riesiges Lichtspielhaus verwandelt. Bevor die Stars (neben Will Smith auch Josh Brolin und Nicole Scherzinger) am Montagabend über den roten Teppich wandeln konnten, mussten die Techniker ran. "Eine der Herausforderungen war das Timing", erklärt Oliver Pasch, Europa-Vertriebschef von Sonys Digitalkinosparte. "Wir sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag hier rein, und 40 Stunden später läuft die Premiere mit 7000 Leuten."

"Men in Black 3"-Premiere Berlin (8 Bilder)

Vor der Premiere

Während vor der Halle noch die notwendigen Kleinigkeiten aufgefahren werden... (Bild: heise online)

Damit alles klappt, waren rund um die Veranstaltung insgesamt rund 1300 Menschen im Einsatz. Die Techniker haben durchgearbeitet, um Leinwand, Tonanlage und die Projektionstechnik in der Mehrzweckhalle zu installieren. Für die Premiere hat Sony-Partner ZweiB eine silberbeschichtete Leinwand mit 26 × 14 Meter in der Halle aufgespannt. Hinter der Leinwand steht die Tonanlage: Lautsprecher und PA, dazu noch einzelne Boxen in der Halle aufgehängt. Auf der Tribüne gegenüber das Herzstück der Anlage: Der Turm mit Projektoren, Servern und dem Kommandostand, von dem aus die ZweiB-Crew Projektoren, Zuspielserver und Tonanlage steuert. Mit dem Aufbau der Projektoren waren zwölf Sony-Spezialisten beschäftigt, von denen zwei aus den USA und drei aus Japan eingeflogen wurden.

Zum Einsatz kamen Sonys 4K-Projektoren vom Typ SRX-R320

(Bild: heise online)

Während in einem herkömmlichen Kinosaal ein Digitalprojektor arbeitet, kamen in der O2-World sechs 4K-Projektoren (4096 × 2160 Pixel) vom Typ Sony SRX-R320 zum Einsatz: vier für die Projektion, zwei als Backup. Je zwei Maschinen projizieren dabei das Bild für rechtes und linkes Auge. Als einen Grund für das Multi-Projektor-Setup nennt Pasch, ausreichend Licht auf die große Leinwand zu bringen. Regisseur Barry Sonnenfeld habe besonderen Wert auf das Licht gelegt. Die Projektion sollte etwas heller sein als im Kinobetrieb üblich. Um das bei diesen Dimensionen komfortabel hinzukriegen, bietet sich die Lösung mit vier Projektoren an. Mit einer 4200W-Xenon-Lampe schafft jeder Sony-Projektor bis zu 21.000 Lumen.

Auch die digitale Filmfassung, die von Festplatte zugespielt wird, "ist speziell für diese Premiere gemastert und lichtbestimmt worden", sagt Sony-Manager Pasch. Ein Mitarbeiter von Regisseur Barry Sonnenfeld war in Berlin, um die Projektion abzunehmen. Der Film wurde allerdings nicht in 3D produziert, sondern herkömmlich aufgenommen und nachträglich in 3D umgerechnet.

Bei dem von Sony gewählten Verfahren werden die Bilder für rechtes und linkes Auge gleichzeitig auf die Leinwand geworfen, eine Polarisationsbrille bringt die Bilder dann übereinander und lässt den 3D-Effekt entstehen. Damit ein harmonischer Bildeindruck entsteht, müssen die Projektorpaare absolut deckungsgleich projizieren. Dafür wurden die Projektoren zunächst mechanisch ausgerichtet und die Bilder dann elektronisch justiert.

Die kongruente Ausrichtung der Bilder "hat ein paar Stunden in Anspruch genommen", sagt Pasch. "Und dann haben die Jungs die Zeit bis morgens um Sechs damit verbracht, die Farben einzustellen. Es ist wichtig, dass alle sechs Projektoren den gleichen Farbraum haben, weil das sonst zu Irritationen führt, wenn die Bilder nicht gleich aussehen."

In Kinos installiert Sony Digital Cinema normalerweise Komplettpakete: Zum Projektor kommt der IMB (Integrated Media Block) genannte Server mit einer Festplattenkapazität von 1,7 Terabyte, dazu die Software für den Vorführer. In Berlin erfolgte die Zuspielung über redundant ausgelegte separate Server. 3D-Filme liegen in 2K-Auflösung pro Auge vor, die vom Sony-Server zur Projektion auf 4K hochgerechnet werden.

Die Idee zu der Premiere in großem Rahmen kam von Sonys Filmsparte. Nach der gelungenen Premiere will sich Sony Digital Cinema auch für andere Großveranstaltungen empfehlen. Am Ende hat es auch mit dem Rekord geklappt: 6819 Zuschauer sahen die "Men-in-Black"-Premiere in Berlin. Damit war es die "größte 3D-Filmvorführung, die es je gegeben hat", teilt das Unternehmen mit. Weltrekord, Guinness-Buch der Rekorde. Auch sonst war es ein netter Abend. (vbr)