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Mensch-Maschine-Kommunikation: Roboter spielt Pingpong

Mit dem Namen Forpheus stellt der Hersteller Omron einen Roboter vor, der mit einem Menschen Pingpong spielt. Nicht etwa Tischtennis, bei dem es ums Gewinnen geht, sondern eben Pingpong, bei dem Roboter und Mensch voneinander lernen sollen.

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Der Roboterarm beherrscht treffsichere Vor- und Rückhandschläge.

(Bild: Omron )

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Der Apparat, der auf der Messe auch Besucher als Mitspieler akzeptieren soll, zeigte bei der Präsentation am Tag vor Messe-Eröffnung ein beachtliches Reaktionsvermögen und spielte die allermeisten Bälle präzise auf die Vor- oder Rückhand des Partners zurück. Auch der gab sich freilich alle Mühe, den Ball im Spiel zu halten und verzichtete auf Schnitt- und Angriffsbälle.

Laut Omron erfasst die Maschine 80 mal je Sekunde die Position des Balls, um dessen Flugbahn zu extrapolieren; außerdem hat sie mit künstlicher Intelligenz aus zahlreichen Trainingsstunden gelernt, die Spielweise ihres Gegenübers vorherzusehen. Laut Herstellerauskunft spielt Forpheus die Bälle mit einer Präzision von +/- 5 Prozent auf den angestrebten Zielpunkt zurück. Tatsächlich war bei der Vorführung ein Fleck auf der Tischtennisplatte zu erkennen, der offenbar besonders oft getroffen wird.

Forpheus besteht aus Tischtennisplatte, Kamerasystem und Roboterarm.

(Bild: Omron)

Forpheus steht für “Future Omron Robotics Technology for Exploring Possibility of Harmonized Automation with Sinic Theoretics“. Das reichlich gequälte Akronym bezieht sich auf die Vision Sinic des Firmengründers Kazuma Tateisi. Deren Kern liegt in der Vorhersage künftiger Ereignisse, ursprünglich mit dem Ziel einer optimalen Unternehmensführung. Basis der Vorhersagen ist die Annahme, dass sich Wissenschaft, Technik und Gesellschaft zyklisch beeinflussen: Wissenschaftliche Erkenntnis resultiert in technischen Errungenschaften, die ihrerseits zu gesellschaftlichen Entwicklungen beitragen. Diese wiederum rufen neue Bedürfnisse hervor und fördern die Wissenschaft.

Forpheus soll den Sinic-Ansatz umsetzen, indem er quasi als Trainingspartner mit einem Menschen Pingpong spielt. Dabei beobachtet die Maschine nicht nur den hin und her geschlagenen Ball, sondern auch die Mimik des Partners, um darin Zufriedenheit oder Stress zu erkennen. Während der Mensch seine Balltechnik trainiert, soll der Roboter lernen, auf Fähigkeiten und Bedürfnisse seines Gegenübers einzugehen.

Nach Tateisi zielt das vorgestellte System auf Phase drei der Mensch-Maschine-Kooperation: In Phase eins werden Menschen bei stupiden Aufgaben durch Roboter ersetzt. In der aktuell eingeleiteten Phase zwei arbeiten Menschen und Maschinen Hand in Hand, wobei ein Augenmerk darauf liegt, Kollisionen zu vermeiden. In Phase drei soll die menschliche Gesellschaft mit Robotern durchsetzt werden, um menschliche Fähigkeiten zu verstärken und fördern. (hps)