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Menschenrechtler halten US-Präsident ein Ständchen

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Eine Gruppe von Menschenrechtlern hat bei einer privaten Spendengala für die Wahlkampfkasse des US-Präsidenten Barack Obama lautstark singend die Freilassung des mutmaßlichen Wikileaks-Maulwurfs Bradley Manning gefordert. Die zehn Leute hätten eigens Tausende Dollar für eine Eintrittskarte zu der Veranstaltung in San Francisco bezahlt, um das Protestständchen zum Besten geben zu können, berichtet die Zeitung USA Today am Freitag.

Die Gala am Donnerstag fand eigentlich unter Ausschluss von Kameras statt. Die Gruppe der Manning-Sympathisanten filmte ihren Auftritt jedoch und stellte ihn auf ihre Website. Die Bilder zeigen, wie sie den Präsidenten mit ihrem Song mitten in einer Rede störten. "In diesem Land sitzt Bradley 23 Stunden am Tag ganz allein in einer zwei mal drei Meter großen Zelle", sangen sie und ergänzten, dass diese Art der Haft eindeutig gegen die Verfassung verstoße. Obama bedankte sich sichtlich irritiert für das "schöne Lied".

Der Soldat Bradley Manning soll die Enthüllungs-Plattform Wikileaks mit geheimen staatlichen Informationen versorgt haben und sitzt deswegen in einem Militärgefängnis in Untersuchungshaft. Ihm werden diverse Vergehen vorgeworfen, darunter laut US-Fernsehsender NBC "Kollaboration mit dem Feind", auf das im Extremfall die Todesstrafe steht. Aktuell wird untersucht, ob Manning fit für ein Gerichtsverfahren ist.

Manning hatte sich schriftlich über Schikanen in der Haft beklagt. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte eine "unmenschliche Behandlung". Das Pentagon wies die Vorwürfe allerdings strikt zurück. Mitte März war US-Außenamtssprecher Philip Crowley nach einem umstrittenen Kommentar über die Haftbedingungen des angeblichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning zurückgetreten. (uk)