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Menschenrechtsgerichtshof: Beschwerde gegen Wikipedia-Sperrung in der Türkei

Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte will Wikimedia erreichen, dass die Online-Enzyklopädie Wikipedia in der Türkei wieder zu erreichen ist.

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(Bild: dpa, Jens Büttner)

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Wikipedia hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine Beschwerde gegen die Sperrung des Internet-Lexikons in der Türkei eingereicht. Die hinter der Plattform stehende US-Organisation Wikimedia Foundation leitete die rechtlichen Schritte ein, wie ein Sprecher des Gerichts am Donnerstag in Straßburg bestätigte. Nähere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Wikipedia ist seit mehr als zwei Jahren in der Türkei nicht mehr aufrufbar. Als Grund für die Sperrung gab die türkische Telekommunikationsbehörde damals an, auf der Website würde "fälschlicherweise behauptet, die Türkei unterstütze Terrororganisationen".

"Freies Wissen lebt von Zugang. Ausschluss schadet dagegen allen", erklärte Abraham Taherivand, Geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland. "Letztlich ist unser Anliegen der Zugang zu Informationen", so Maiken Hagemeister, Leiterin der Wikimedia-Kommunikation in Deutschland. Zudem fehlten allen Nutzern auch die türkischen Einträge sowie Perspektiven und Diskussionen aus dem Land, argumentierte sie.


Die Inhalte von Wikipedia erschaffen und verwalten Freiwillige unter freier Lizenz. Wikimedia kümmert sich um die Server, entwickelt die Software-Plattform weiter und fördert freies Wissen, etwa durch Projekte in Schulen und Universitäten. Wikimedia finanziert sich vor allem über Spenden – Werbung wird auf der vielbesuchten Website nicht geschaltet. Der EMGR in Straßburg gehört zum Europarat und kümmert sich um die Einhaltung der Menschenrechte in dessen 47 Mitgliedstaaten. (mho)