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Cebit

Merkel-Phones könnten Android-Unterbau bekommen

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Die beiden großen Anbieter verschlüsselnder Mobiltelefone für deutsche Behörden und Unternehmen müssen sich auf andere Plattformen umstellen. Die Secusmart GmbH, die bislang Nokia-Geräte mit Verschlüsselung für Gespräche und Datenübertragung vertreibt, sprach auf der CeBIT (Halle 11, Stand B44) offen darüber, das Produkt auf Android zu portieren. Gleichzeitig stellte das Unternehmen eine VoIP-Verschlüsselung für Blackberry-Geräte und eine Mail-Verschlüsselung vor.

T-Systems (Halle 4), mit Simko2 der zweite Spieler in diesem Markt, hält sich bei dem Thema zwar bedeckt. Es liegt jedoch auf der Hand, dass die Firma sich nach einer Alternative umsehen muss – bislang vertreibt sie Geräte mit Windows Mobile 6.5. Sowohl Hard- als auch Software nähern sich dem Ende ihrer Lebenszeit. Der Umstieg auf Windows 7 würde eine komplette Neuentwicklung erfordern.

Das iPhone kommt als Plattform nicht in Frage, da es keinen Slot für die SD-Karte mit den für Authentisierung, Autorisierung und Verschlüsselung benutzten Zertifikaten und Schlüsseln bietet. Gegen RIM mit seinem Blackberry dürfte es bei staatlichen Stellen wie dem BSI starke Vorbehalte geben, da sämtlicher Datenverkehr über Network Operation Center in Kanada und Großbritannien reist. Android könnte sich deshalb auch für T-Systems als Basis für zukünftige Merkel-Phones anbieten.

Die Geräte und ihre Software sind vom BSI für die niedrigste Geheimhaltungsstufe VS-NfD (Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch) zertifiziert , sie verschlüsseln sowohl Gespräche als auch die Datenübertragung. Die Bundesregierung hatte 2009 aus dem Konjunkturprogramm II rund 21 Millionen Euro für die Anschaffung der sicheren Telefone ausgegeben ("Merkel-Phone"). Inzwischen können Nutzer der verschiedenen Modelle auch untereinander telefonieren, da das BSI einen einheitlichen Standard dafür vorgeschrieben hat. (ck)

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