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Merkel ruft zu Schutz vor digitaler Ausbeutung auf

Grenzenloser Datenhunger von Unternehmen, schlecht bezahlte Internet-Jobs – so soll sie nicht werden, die Digitalisierung. Selbst die Kanzlerin sieht wichtige Entscheidungen erst noch bevorstehen.

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Angela Merkel

(Bild: dpa, Julian Stratenschulte/Archiv)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Schutz von Konsumenten und Arbeitnehmern vor Ausbeutung im Zuge der digitalen Umwälzungen gefordert. Die Gewerkschaften rief Merkel auf dem Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am Dienstag in Berlin zu flexiblen Antworten auf die digitalen Änderungen auf.

"Weder wollen wir die weltweiten Monopole, noch wollen wir die digitalen Tagelöhner“, sagte Merkel vor 400 Delegierten. Wenn Kunden ihre Daten zur Verfügung stellten, unterstützten sie die wirtschaftliche Entwicklung anderer. "Und dafür muss ich auch etwas kriegen“, sagte Merkel. Es stelle sich die Frage des Wertes von Daten und gegebenenfalls einer Besteuerung. „Wenn da nichts geschieht, wird es eine ausbeuterische Struktur.“

Vor allem die künstliche Intelligenz werde die Arbeitswelt stark verändern. Angst vor Daten dürfe es dann nicht mehr geben, warnte Merkel. „Künstliche Intelligenz ohne Daten ist so wie Kühe ohne Futter – sie kriegen keinen Zuchterfolg.“ Deutschland müsse seine Stärke industrieller Wertschöpfung in die Digitalisierung hinüberbringen.“Diese Schlacht ist nicht entschieden.“

Die Gewerkschaften rief sie auf, sich neuen Antworten für eine digitalisierte Arbeitswelt nicht zu verschließen. „Der Kampf um die letzte Facette des Arbeitszeitgesetzes wird diese Schlacht nicht entscheiden.“ Am Ende sei nichts gewonnen, wenn Start-ups auf Scheinselbständige setzen, um Arbeitszeitkontrollen zu umgehen.

Merkel machte sich für bessere Vorbereitung der Schüler auf die technologische Zukunft stark.“Wir müssen unsere Lehrer in die Lage versetzen, ihre Kinder, unsere Kinder ordentlich zu unterrichten. Die Kinder müssen ins digitale Zeitalter hineinwachsen, und das können sie sich nicht alles selbst beibringen.“

Zugleich forderte Merkel mehr Frauen in traditionellen Männerberufen und umgekehrt: „Mehr Software-Ingenieurinnen und mehr männliche Erzieher, das ist, glaube ich, gut für unser Land.“ (dpa) / (axk)

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