Menü
CES

Messe-Resümee: "Das Licht am Ende des Tunnels sind Innovationen"

vorlesen Drucken Kommentare lesen 14 Beiträge

Mit einem leichten Besucherplus ist am Sonntag die Elektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) zu Ende gegangen. Nach vorläufigen Schätzungen sind mehr als 120 000 Gäste gekommen, erklärte der US-Branchenverband CEA, der den Branchentreff in Las Vegas veranstaltet. Das sind rund 7000 mehr als im Krisenjahr 2009. Neben Fachbesuchern gehen auch Mitarbeiter der Aussteller sowie Medienvertreter in die Statistik ein. Die Zahl der Aussteller sank um rund 200 auf 2500. Zu den wichtigen Trends gehörten Lesegeräte für digitale Bücher, dreidimensionales Fernsehen sowie handliche Tablet- Computer.

Nach dem Krisengerede im Vorjahr übte sich die Branche wieder in Optimismus. "Es ist Licht am Ende des Tunnels, und es ist das strahlende Licht der Innovationen", so CEA-Präsident Gary Shapiro. "Die Innovationen, die diese Woche bei der CES 2010 enthüllt wurden, haben unserer Branche und der weltweiten Wirtschaft neuen Optimismus und neue Chancen gebracht."

Der Branchenverband erwartet, dass die langsame Erholung der Wirtschaft dem US-Markt für Unterhaltungselektronik nach dem Umsatz-Minus im Jahr 2009 wieder ein leichtes Plus beschert. In Deutschland wird der Markt nach Prognosen des Branchenverbandes Bitkom bei einem Umsatz von 12,2 Milliarden Euro stagnieren.

Rund 20.000 neue Produkte stellten die Unternehmen auf der CES vor. Im vergangenen Jahr noch ein Nischenthema, dieses Mal der große Trend: das dreidimensionale Fernsehen. Nahezu alle großen Elektronikhersteller zeigten Systeme, mit denen die aus dem Kino bekannte Technologie ins Wohnzimmer einziehen soll.

Das spiegelte sich auch bei der Verleihung des "Best of Show"- Awards des amerikanischen Technik-Blogs Cnet wider: Die Experten zeichneten einen 3D-tauglichen Plasmafernseher von Panasonic als bestes Gerät der Messe aus. Ob sich der Trend bei den Konsumenten durchsetzt, muss sich in den kommenden Monaten zeigen.

Die Industrie stellte außerdem eine Vielzahl an Geräten vor, deren Größe und Funktionalität irgendwo zwischen Handy und stationärem PC anzusiedeln ist. So waren zahlreiche Lesegeräte für elektronische Bücher zu sehen, teils mit farbigen und berührungsempfindlichen Displays und Tastatur. Immer mehr Hersteller setzen zudem auf die handlichen Tablet-PCs – Microsoft etwa stellte ein Gerät mit seinem neuen Betriebssystem Windows 7 vor.

Lob und Tadel verteilte die Umweltschutz-Organisation Greenpeace: Viele Unternehmen nähmen den Umweltschutz endlich ernst, erklärten die Öko-Aktivisten. Sie hoben Apple hervor, das einst als Umweltsünder galt und sich laut einer Untersuchung deutlich verbessert hat. In Sachen umweltfreundlicher Produkt- und Informationspolitik seien Nokia und Sony Ericsson vorn. Zufrieden ist Greenpeace dennoch nicht: "Die Unterhaltungselektronik-Branche wird grüner, aber nicht schnell genug." (vza)