Messenger: Threema soll Open Source werden

Eine Beteiligungsgesellschaft steigt bei Threema ein. Die Entwickler versprechen Kontinuität und wollen bald den Code vollständig offenlegen.

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(Bild: Threema)

Von
  • Martin Holland

Der verschlüsselnde Messenger Threema soll Open Source werden: Der Quellcode werde in den kommenden Monaten offengelegt, teilten die Entwickler am Donnerstag mit und gaben gleichzeitig den Einstieg der Beteiligungsgesellschaft Afinum bekannt. Gemeinsam wolle man die Grundlage legen für "Kontinuität, weiteres, gesundes Wachstum und eine Beschleunigung der Produktentwicklung", schreiben sie in einem Blogeintrag. Darin heißt es auch, dass Threema künftig parallel auf mehreren Geräten nutzbar sein soll – sogar unabhängig vom Smartphone nur am PC.

In der Welt der Messenger ist Threema seit langem etabliert, aber anders als die Konkurrenz ist der Messenger aus der Schweiz nicht kostenlos. Im Play Store, für iOS und direkt bei Threema kostet er jeweils 4 Euro. Richtig bekannt wurde er im Zuge der Übernahme von Whatsapp durch Facebook, als viele Nutzer des mit Abstand beliebtesten Messengers sich nach Alternativen umsahen. Seit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht nur bei WhatsApp sondern fast allen Messengern dazu gehört, ist es aber nicht nur um Threema mit dem Fokus auf Datenschutz und Datensparsamkeit ruhiger geworden. Im Frühjahr 2019 hatten Sicherheitsforscher die damals aktuelle Version untersucht und keine kritischen Sicherheitslücken gefunden.

Nach dem Einstieg der deutsch-schweizerischen Beteiligungsgesellschaft Afinum will Threema nun eine der häufigsten Forderungen der Nutzergemeinde erfüllen: "In den kommenden Monaten werden wir zusätzlich den Quellcode der Threema-Apps vollständig offenlegen", verspricht der Anbieter. So soll endlich jeder die Sicherheit und Funktionsweise des Messengers selbst überprüfen und verifizieren können – ob das dann auch jemand macht, steht auf einem anderen Blatt. Außerdem kündigen sie eine "innovative, plattformübergreifende Multi-Device-Lösung" an, mit der sich der Messenger auf mehreren Geräten gleichzeitig nutzen lassen soll, ohne dass personenbezogene Daten auf einem Server hinterlassen werden.

Die Gründer und Entwickler von Threema wollen ihr Unternehmen auch nach dem Afinum-Einstieg weiter führen. Afinum teile ihre Werte in Bezug auf Sicherheit und Datenschutz, versichern sie. Die gewonnen Ressourcen wollen sie unter anderem nutzen, um über den deutschsprachigen Raum hinaus zu wachsen. Außerdem versprechen sie sich Freiräume für "visionäre Ideen und Projekte". (mho)