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Cebit

Messezeit ist Prognosenzeit

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Pünktlich zur CeBIT warten Branchenverbände mit neuen Prognosen zur Zukunft des IT-Marktes in Deutschland auf – diese fallen allerdings sehr unterschiedlich aus. Während etwa der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) nach einer Umfrage unter 400 Mitgliedern von einer verschlechterten Stimmung berichtet, was die künftige internationale Wettbewerbsfähigkeit des IT-Standortes Deutschland betrifft, meldet der CeBIT-Mitveranstalter Bitkom, dass sich die Stimmung in der ITK-Branche "deutlich aufhellt".

"Die Nachfrage zieht insbesondere in der Informationstechnologie spürbar an", erklärte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer am Montag in Hannover. "Der Investitionsstau bei IT-Lösungen für Unternehmen löst sich allmählich auf." Beim VDI heißt es hingegen, dass auch das Jahr 2010 für die IT-Branche "nicht leicht" werde. So seien bei den meisten befragten VDI-Mitgliedern in diesem Jahr zwar keine Entlassungen von IT-Fachkräften geplant, mit Neueinstellungen sei aber auch "kaum zu rechnen".

Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit gab es im Januar 2010 rund 15.200 offene Stellen für Informatiker, fast 2500 weniger als im Jahr zuvor. Umgekehrt stieg die Zahl der arbeitslosen Informatiker im gleichen Zeitraum von 6500 auf 8500. Für den VDI ist dies vor dem Hintergrund von Auftragsrückgängen bei vielen Unternehmen aber dennoch ein "guter Wert". Fachkräfte würden immer noch intensiv gesucht, verdeutlichte der IT-Experte des VDI, Dieter Westerkamp.

Der Bitkom erwartet für den ITK-Gesamtmarkt im Jahr 2010 Umsätze auf Vorjahresniveau (139,5 Milliarden Euro) und 2011 ein Wachstum von 1,6 Prozent auf 142 Milliarden Euro. Der Absatz von LCD-Fernsehern steige in diesem Jahr voraussichtlich um 5,6 Prozent auf das Rekordhoch von 7,5 Millionen Stück. Absatzzuwächse würden auch Blu-ray-Player, digitale Settop-Boxen und Spielkonsolen verzeichnen. Rückläufig seien hingegen die Verkäufe von Digitalkameras und MP3-Playern.

Der Absatz von Personal Computern steigt nach Einschätzung des Bitkom 2010 um 6 Prozent auf 13,6 Millionen Stück. "Der PC-Absatz erreicht 2010 ein neues Rekordhoch", ist sich Scheer sicher. Der Verkauf von Notebooks lege 2010 sogar um 11 Prozent zu. Allerdings werde der Umsatz trotz des Stückzahlenwachstums wegen sinkender Preise zurückgehen, heißt es beim Bitkom weiter. Im vergangenen Jahr habe der Durchschnittspreis für einen PC bei 521 Euro gelegen, 10 Prozent weniger als im Vorjahr. (pmz)